Gewichtsreduktion und Fettabbau - was Ihnen niemand sagt

Entweder der Ehepartner sagt es Ihnen. Oder der Checkup beim Arzt endet mit einem „Sie müssen dringend Ihr Gewicht reduzieren, sonst verkürzen Sie Ihre Lebenserwartung! Oder Sie merken selbst, dass etwas nicht rund läuft: Stechen in der Brust nach drei flotten Etagen, Kurzatmigkeit.

 

Es geht um das leidige Thema Übergewicht.

 

Die Welt ist voller Fitnessprogramme und Reduktionsdiäten…

 

Es ist paradox: es gibt mehr Ernährungsexperten, mehr Diäten, mehr Fitnessstudios, mehr Trainingsmethoden und mehr Personal Trainer als je zuvor. Und es gibt mittlerweile sogar Programme von vielen Krankenkassen, die Fitness, Gesundheit und Idealgewicht gezielt fördern und belohnen! Und trotzdem gibt es immer und immer mehr Übergewichtige und, schlimmer, Fettleibige (das medizinische Wort hierfür lautet adipös).

 

Wäre simpel, wenn ich jetzt sagen würde: dass so viele übergewichtig sind, liegt an den Übergewichtigen selbst, die einfach nur unwillig und faul sind, abzunehmen. Oder daran, dass die schlechten Nahrungsmittel einfach zu verlockend sind.

 

Ich mache es mir nicht ganz so einfach. Es gibt noch mehr im Leben als fehlende intrinsische Motivation, keine Zeit, Kantineessen oder Tütenfutter, wenn Sie einen Body-Mass-Index von über 30 kontinuierlich und dies über viele Jahre halten (und diesen womöglich noch weiter steigern). Ich möchte Ihnen mit diesem Blog fünf wichtige Gründe nennen, warum Gewichtsverlust und Fettabbau zum Scheitern verurteilt sind – trotz bester Absichten!

 

1. Schmerzen

 

Wer sich mehr bewegen soll, wird auf einen argen Feind treffen: den Schmerz. Wenn wir mal die Themen Entzündungen, periphere Durchblutungsstörungen, Fibromyalgie, rheumatischen Formenkreis und Arthrose ausgesprochen ausklammern, finden wir zwei grundlegende Schmerzursachen:

 

Die Schmerzsymptomatik des passiven Bewegungsapparates: das Übergewicht selbst und Fehlhaltungen bzw. Fehlstellungen und

 

Die Schmerzsymptomatik des aktuven Bewegungsapparates: Störungen im Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Zum Beispiel durch chronischen Stress bedingtes erhöhtes Cortisol im Blut (das ist überhaupt so ein Problem mit dem Cortisol – mehr gleich dazu): Muskel- bzw. Eiweißabbau sorgt für ein Säure-Base-Ungleichgewicht, mit dem Sie Muskelschmerzen bekommen.

 

2. Scham

 

Sie schämen sich Ihres Körpers und wollen nicht mit Ihrem Übergewicht in der Öffentlichkeit gesehen werden. Es gibt sogar eine Krankheit, mit der Sie sich selbst bei nur moderatem Übergewicht als „wandelnde Katastrophe“ wahrnehmen: Dysmorphophobie. Man schätzt sich körperlich viel schlimmer ein, als es ist!

 

Tipp: Wenn Sie von Punkt eins oder zwei betroffen sind, beginnen Sie Ihren Start ins gesündere und fittere Leben mit Aquagymnastik: hier haben Sie den Widerstand des Wassers, aber nicht die Belastung Ihres Körpergewichts. Und, O-Ton meiner Dozentin für medizinisches Fitnesstraining: „viele Übergewichtige verwandeln sich unter Wasser in wahre Bewegungsgötter“. Also, nur Mut!

 

3. Oxidativer bzw. nitrosativer Stress

 

Es gibt nicht nur Stress, wenn Ihr Ehepartner Sie anschreit oder Ihr Chef Sie nervt. Es gibt auch Stress in Ihrem Körper. Dort fallen dauernd irgendwelche Substanzen an und –ein, die Zellen schädigen. Diese Substanzen nennt man freie Radikale. Sie erzeugen etwas, was man entweder oxidativen oder nitrosativen Stress nennt. Und diese Art von Stress wird vom Körper genauso wahrgenommen wie der nervige Feierabendverkehr mit Beinahe-Unfall. Allerdings für 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

 

Die Folge: Ihr Körper produziert, so lange er kann, permanent mehr Cortisol. Das ist ein Langzeitstresshormon, und gleichzeitig ein Gegenspieler von Testosteron. Damit sorgt Cortisol für Muskelabbau und Eiweißverlust. Ihr Grundumsatz sinkt. Sie verbrennen weniger Kalorien, Kohlenhydrate werden verstärkt in Fett umgewandelt. Und das geht über Jahre

 

Tipp: die Ursachen für oxidativen oder nitrosativen Stress sind so vielfältig, dass man keine allgemeingültigen Tipps dafür geben kann. Manchen hilft eine Kombination aus Proanthocyanidin (ein sekundärer Pflanzenstoff und potentes Antioxidans), B-Vitaminen und verschiedenen Aminosäuren. Andere haben bestimmte Belastungen im Körper, die saniert werden müssen: von „Zahnbaustellen“ bis hin zu alten Infekten!

 

4. Chronische Erschöpfung

 

Das unter Punkt drei besprochene Problem quasi mit einem Minuszeichen davor. Hier ist es nicht so, dass Sie zwar gesund essen und Sport treiben können, aber Ihr Körper Sie trotzdem nicht Gewicht verlieren lässt. Hier ist es so, dass Sie nicht können. Sie können nicht weniger Kalorien zu sich nehmen, als Sie brauchen – und Sie sind nicht in der Lage, Sport zu treiben. Das betrifft die Themenkreise schwerer Burnout, endogene Depression und chronisches Erschöpfungssyndrom!

 

5. Zellstoffwechsel / Hormonelles Mimikry

Vielleicht nicht unbedingt ein Klassiker in der Naturheilpraxis, aber ich hatte das schon öfter bei mir. Der Zitronensäurezyklus, auch Citratzyklus genannt, ist die Zentrale der Energiegewinnung jeder Körperzelle. Wenn da was nicht rund läuft, können Sie Probleme mit dem Zucker-, dem Fett- und dem Eiweißstoffwechsel haben.

 

Z.B. trotz ausreichend Glukosezufuhr über die Ernährung relativer Glukosemangel in den Muskelzellen oder das permanente Gefühl von „Unterzuckerung“. Das betrifft besonders Typen mit „Schnellverbrennung“ – oder eine Reizung mit folgender Erschöpfung von Schilddrüse, Nebennieren oder Testes (Hoden). Oder Probleme mit Hunger- und Sättigungshormonen (Leptin!).

 

Oder häufiger Kontakt mit Stoffen, die „so tun als ob“ sie Hormone wären: beispielsweise BPA. Und so genannte Weichmacher heißen auch nicht umsonst so.

 

Tipp: wenn Sie „nur“ ein Schnellverbrenner sind, hilft es, den Eiweiß- und Fettanteil in der Ernährung zu erhöhen. Das verbessert das Sättigungsgefühl und drosselt einen überdrehten Kohlenhydratstoffwechsel. Wenn das nichts bringt, ist wohl der Schritt zur Entgiftungskur bzw. zum Umweltmediziner fällig!

 

Fazit? Nein, nicht immer stehen und fallen Gewichtsprobleme damit, dass man erst einmal beginnen sollte, sprich: mit dem inneren Schweinehund. Manchmal muss man den entscheidenden Schritt tiefer gehen als alle medizinischen Standarduntersuchungen und das Problem gezielt hinterfragen, orten und natürlich auch ausmerzen. Wenn dies Erfolg hat, steht einem „vernünftigen“ Lebensstilwandel auch nichts mehr im Weg!

 

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