Ernaehrung - lieber viele kleine oder wenige große Mahlzeiten (Teil 2)

(Fortsetzung vom letzten Blogartikel)

 

Warum kommt es gerade bei Patienten mit einem Anfallsleiden wie Migräne oder Epilepsie auf das genaue Timing der Mahlzeiten an? Nun, der Grund ist eine körperliche Routine. Die genannten Krankheiten machen sich insbesondere dann durch Anfälle bemerkbar, wenn der Körper auf irgendeine Art und Weise aus dem Takt gerät. Dies ist besonders für das vegetative Nervensystem der Fall. Der Organismus reagiert mit einem verstärkten Stressreiz, wenn sich mehr Appetit einstellt als normalerweise. Auf der anderen Seite wird der Große Verdauungsnerv, der Vagus, bei großem Appetit stärker aktiviert.

 

Das müssen Sie sich vorstellen wie bei einem Tauziehen, wenn beide Seiten mit maximaler Kraft an den jeweiligen enden des Taus ziehen: es kommt mitunter zu einem starken Ruck. Dieser „Ruck“ im autonomen Nervensystem verändert auch das Verhalten von Blutdruck, Gefäßsystem usw. - vegetativ und hormonell. Dadurch kann ein Anfall von Migräne bzw. Epilepsie begünstigt werden.

 

Was tun, wenn Entgiftungsorgane beeinträchtigt sind?

 

Wenn aufgrund eines bestimmten Leidens entweder die Leber oder die Nieren nicht mehr zu 100 % arbeiten, muss man die Qualität der Ernährung anpassen - inwieweit dies auch eine Anpassung der Anzahl der Mahlzeiten nach sich zieht, hängt von individuellen Umständen ab. Wenn eine fettarme, eiweißarme und leicht verdauliche Kost auf dem Programm steht, der Patient aber abgemagert und entkräftet ist, können mehr Mahlzeiten über den Tag verteilt Sinn machen. Hier gehen wir sinnvollerweise von 4-5 Mahlzeiten pro Tag aus, wobei Zucker, größere Mengen Eiweiß, größere Mengen Fett, Milchprodukte, angereicherte Getränke (Limonade, Cola, Alkohol und eventuell sogar Kaffee bzw. Tee) gemieden werden müssen.

 

Bei einer entfernten Galle ist der Fall relativ klar: wir haben mehrere, kleine Mahlzeiten pro Tag deutliche Vorteile. Der Grund? Die Gallenblase ist ein Speicher für die Gallenflüssigkeit. Sie wird dort aber nicht nur gespeichert, sondern auch eingedickt. Dadurch steht sie bei einer fettreichen Mahlzeit hoch konzentriert zur Verfügung.

 

Fehlt die Gallenblase jedoch, gibt es keinen Mechanismus zur kontrollierten Freisetzung der Gallenflüssigkeit. Über den gemeinsamen Gallengang wird dann immer ein wenig Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm abgegeben. Dann sind relativ fettarme Mahlzeiten die überwiegend kurz- und mittelkettige Fettsäuren enthalten, vier- bis fünfmal über den Tag verteilt, gesundheitlich besser als drei normale Mahlzeiten mit größerer Fettmenge.

 

Das Essverhalten wird sozusagen an die kontinuierlich freigesetzte Gallensäure angepasst. Natürlich kann hier keine Optimum erzielt werden, aber immerhin kommt man diesem Optimum deutlich näher als bei drei großen Mahlzeiten.

 

Was ich von Intervall- bzw. Teilfasten halte

 

In einem Wort: viel. Vor allen Dingen in Kombination mit einer bestimmten Art des Trainings, dem hochintensiven Intervalltraining, ist es für gesunde Menschen eine hervorragende Möglichkeit, Körperfett zu verlieren und gleichzeitig die Ausschüttung von Wachstumshormonen anzuregen. Dabei gibt es allerdings - fairerweise - zwei Seiten der Medaille.

 

Ich halte viel von der so genannten 8-16-Methode, oder noch etwas weiter vereinfacht zwei Mahlzeiten pro Tag. Bei den ersten Plan wird über 8 Stunden des Tages hinweg gegessen, 16 Stunden fastet man. Da gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, ein frühes Frühstück und ein relativ spätes Mittagessen zu sich zu nehmen - und danach für den Rest des Tages nicht mehr zu essen. In der Ernährungsheilkunde wird dieses Thema sehr kontrovers diskutiert.

 

Da ich seit dem letzten Blogbeitrag mein Training wieder aufgenommen habe und drei bis viermal pro Woche Intervallfasten praktiziere, habe ich in einem Monat ungefähr 3,5 kg Fett verloren und im Gegenzug etwa 2 kg Muskelmasse aufgebaut. Dreimal die Woche mache ich zudem Intervalltraining.

 

Aber wie ich schon sagte: es gibt zwei Seiten der Medaille. Die nicht so günstige Seite betrifft Menschen, die mit irgend einer mentalen, aber auch körperlichen Erschöpfung zu tun haben. Burnout-Kandidaten sollten diese Kombination lieber nicht praktizieren. Für Patienten mit körperlichen Erschöpfungserkrankungen wie chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie oder Depression verbietet sich die Kombination aus hochintensiven Intervalltraining und Intervallfasten. Ein wichtiges hormonelles Organ, die Nebenniere, wird dadurch zu stark erschöpft. Auch die Hirnanhangdrüse kann unter dieser Praktik langfristig leiden und es wird sogar der gegenteilige Effekt ein: der Körper baut ab und altert schneller, was im Verlust von Muskelmasse und einer Gewichtszunahme resultieren kann.

 

Darüber hinaus ist die Kombination aus Intervallfasten und hochintensiven Intervalltraining beglichen gesunden Personen zu empfehlen. Wer an Herz-Kreislauf-Problemen, den genannten Anfallsleiden, schweren Diabetes oder anderen Stoffwechselstörungen leidet, sollte zu dem Thema unbedingt den Rat seines fachkompetenten Therapeuten hören. Meiner Meinung nach eignet sich die Kombination Intervallfasten und hochintensives Intervalltraining nicht für Menschen mit Stoffwechselstörungen und Erschöpfungskrankheiten - auch wenn es sich dabei nur um mentale Erschöpfung handelt!

 

Quelle: eigene Erfahrungen

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Lisa Weber (Donnerstag, 18 April 2019 12:18)


    Toller Beitrag! Gerade erst über <a href="https://www.google.com/">Google</a> gefunden.