Vier Methoden, mit denen Sie Bauchfett reduzieren

Bauchfett sieht nicht nur unästhetisch aus, sondern hat auch einiges Negative in punkto Gesundheit zu sagen. Besonders bei Personen, die ansonsten mager ist. Ein gängiger Gesundheits-Spruch besagt, dass Fett oberhalb der Gürtellinie wesentlich gefährlicher ist als Fett unterhalb der Gürtellinie. Es begünstigt versteckte Entzündung, Herz-Kreislauf-Probleme, ein metabolisches Syndrom und einige weitere Stoffwechselstörungen.

 

Wir wollen Bauchfett überwiegend aus kosmetischen Gründen loswerden. Es ist aber vor allen Dingen in der Langfrist - ganz besonders ab dem 50. Lebensjahr - auch auf die gesundheitlichen Hintergründe zu achten.  Männer haben weitaus öfter mit dem Problem zu kämpfen als Frauen, bei denen sich das Fett eher unterhalb der Gürtellinie ansammelt.

 

Ich gebe es zu – ich bin auch so ein „Kandidat“, bei dem sich Fett zuallererst und besonders gerne am Bauch zeigt. Und neige phasenweise auch zu einem Bauch, so als „Stress-Esser“.

 

Daher habe ich auch einiges an persönlichen Erfahrungen mit dem Thema „Bauchfett reduzieren“ sammeln können.

 

Frustration mit abgedroschenen Empfehlungen

 

Man kennt das ja: wenn man den festen Entschluss gefasst hat, abzunehmen, wird man von allen Seiten mit wohlmeinenden Empfehlungen überschüttet: FDH, Jogging, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, Kalorien zählen, Probiotika einnehmen und noch einige andere.

 

Auf der einen Seite passen die Standard-Empfehlungen „weniger Kalorien, mehr Sport“ erstens kaum in den normalen Alltag und zweitens verlieren Sie mit der Zeit ihre Zugkraft: kaum jemand möchte monatelang 1 Stunde am Tag joggen gehen und darauf achten, nicht mehr als 1600 kcal täglich zu sich zu nehmen. Zumal dies absolut nicht die besten Empfehlungen sind, abzunehmen – vor allen Dingen nicht am Bauch.

 

Auf der anderen Seite: Sie möchten auch kein Geld an irgendwelche obskure Nahrungsergänzungen verschwenden, was ich gut verstehen kann. Aktuell ist ein regelrechter Hype um Darmbakterien-Präparate als Nahrungsergänzung zum Abbau von Körperfett und vor allen Dingen Bauchfett entstanden. Sicher: die Zusammensetzung der Darmflora entscheidet zu einem guten Teil mit darüber, ob der Organismus gut Fett abbaut oder nicht. Auf der anderen Seite: dieses Verhältnis einzelner Bakterien zueinander lässt sich mit Ernährung langfristig und nachhaltig besser beeinflussen als mit der Einnahme bestimmter Präparate, die diesbezüglich eher begrenzt etwas verändern können.

 

„Ohne Fleiß kein Preis“ - aber was funktioniert wirklich?

 

Durch Wühlen in meiner durch 20 Jahre Praxis immerhin mittlerweile mehrere Zentimeter tiefen Trickkiste habe ich fünf Möglichkeiten herausgefunden, Körperfett im Allgemeinen und Bauchfett im Speziellen abzubauen. Eines vorneweg: man kann Bauchfett nicht „gezielt attackieren“, und es erweist sich als hartnäckig. Allerdings kann man den Organismus quasi dazu zwingen, gespeichertes Fett als Energieträger zu nutzen und sozusagen zu „ernten“. Hier vier Möglichkeiten, wie es meiner Meinung nach nachhaltig funktioniert.

 

Reduktion von Fruktose (Fruchtzucker)

 

Vor gut 10 Jahren galt Fructose, oder Fruchtzucker, noch als die ideale Diabetiker-Süße. In der Zwischenzeit hat sich dies geändert. Ein Dr. Richard Johnson aus Iowa war Ende des letzten Jahrzehnts der, der als erster auf die Gefahren von Fructose hingewiesen hat. Fructose geht nicht direkt ins Blut, sondern wird über ein passives Transportsystem (GLUT-5) über den Darm aufgenommen und in der Leber verstoffwechselt. Überschüsse werden als Glykogen-Reserve abgespeichert und damit als Speicherfett. Wer nicht exzessiv Sport treibt, der sollte kaum mehr als 30 g Fruktose pro Tag verzehren. Johnson empfiehlt sogar nur 15 g pro Tag.

 

Besonders schädlich für die Idealfigur soll HFCS sein, „High Fructose Corn Syrup“, der vielen Getränken, besonders Limonade, aber auch etlichen Süßspeisen zugesetzt ist. Er ist besonders preiswert in der Verarbeitung und daher quasi universell eingesetzt, vor allen Dingen in der US-amerikanischen Lebensmittelindustrie.

 

Wer Fruchtzucker reduzieren will, sollte zunächst auf Speisen und Getränke, in denen er konzentriert vorhanden ist (Fruchtsäfte, Konfitüre, Gelee etc.) verzichten und beim Obst eher auf die fruktosearmen Sorten zurückgreifen.

 

Mein Tipp: wer einen „auffallenden“ Ansatz von Bauchfett hat bei einem ansonsten recht fettarmen Körper, bemerkt den Unterschied meiner Erfahrung nach schneller. Im Übrigen profitieren auch viele Patienten mit häufigen Blähungen von einer fruktosearmen Ernährung, da bei einer Konzentration von mehr als 25 g Fruchtzucker pro Mahlzeit dieser schwer resorbierbar ist – und so in den Dickdarm gelangt und dort bestimmte Darmbakterien „füttert“, die erstens viel Luft produzieren und zweitens die Leber in ihrer Funktion beeinträchtigen – und zu Übergewicht beitragen!

 

Dinner Cancelling

 

„Es geht nicht ums Kalorienzählen – es geht darum, mindestens 14, besser 16 Stunden nichts zu essen!“ – so steht es auf einer Seite, die sich mit dem Thema beschäftigt. Und so heißt eine von mehreren möglichen Varianten des so genannten Intervallfastens auch: 8:16. in Worten: 8 Stunden des Tages darf man etwas essen - 16 Stunden sollte man Fasten bzw. nicht essen, d.h. keine Kalorien zu sich nehmen.

 

Wenn Sie nicht gerade an einem Anfallsleiden wie Epilepsie oder Migräne leiden, bestimmte Nierenerkrankungen haben, total entkräftet sind oder ein chronisches Erschöpfungssyndrom haben - oder sogar an Diabetes Typ 1 (Jugendlicher oder Autoimmun-Diabetes), ist das zumindest gelegentliche Ausfallenlassen des Abendessens eine erwägenswerte Option. Es bedeutet, dass Sie normal frühstücken und normal zu Mittag essen, das Abendessen jedoch komplett ausfallen lassen. Viel Wasser oder auch Kräutertee dämpfen das Hungergefühl. (Ein kleiner Trick von mir: das mehrmalige Aufpusten eines Luftballons dämpft bei mir Hungergefühle – ich weiß noch nicht, ob das auf jeden übertragbar ist).

 

Kritiker dieser Methode sagen, dass die Anwender allein durch die Kalorienreduktion abnehmen. Das ist nicht so ganz korrekt. Mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass das abendliche Fasten die Ausschüttung von menschlichem Wachstumshormon (Somatotropin) anzuregen vermag. Dieses Hormon hat viele gute Eigenschaften und ist ein echtes Anti-Aging-Hormon: es regt die Energiegewinnung aus Fettzellen an, verbessert das Muskelwachstum und beschleunigt die Autophagie - den programmierten Zelltod und damit die Entgiftung des Körpers, was wir in der Naturheilkunde noch vor einigen Jahren als „Entschlackung“ bezeichnet hätten.

 

Befürworter der Methode sind zudem noch der Meinung, dass die längeren Ruhephase dem Magen-Darm-Kanal gut tut.

 

Mein Tipp: oben genannte Ausschlusskriterien außen vor kann man die Methode individuell an seinen eigenen Bedarf anpassen. Meine Erfahrungen sind dabei die Folgenden: mit zwei Tagen pro Woche lässt sich das Gewicht in aller Regel langfristig halten, wenn man ansonsten auf gesunde Ernährung achtet, aber keine Kalorien zählt. Bei drei „Dinner-Cancelling“-Tagen in der Woche lässt sich das Gewicht auch dann halten, wenn man dann und wann mit der Ernährung einmal über die Stränge schlägt. Wer sich dazu noch gesund ernährt, kann es drei Tagen in der Woche bereits langsam, aber kontinuierlich an Gewicht verlieren. Im Schnitt werden 0,5-1,5 kg pro Monat verloren. Vier Tage die Woche sorgen meist für einen langsamen, aber kontinuierlichen Gewichtsverlust. Die Erfahrungen sind dabei unterschiedlich. Durch die Anregung des menschlichen Wachstumshormons verschwindet dabei auch Bauchfett. Ganz hart gesottene essen grundsätzlich nur zwei Mahlzeiten am Tag. Das ist eine Vorgehensweise, die ich nicht für dauerhaft empfehle.

 

Hervorragend kombiniert sich diese Methode mit

 

Intervalltraining

 

Intervalltraining kombiniert alle Vorteile von normalem Ausdauertraining miteinander mit einem Bruchteil des Zeitaufwandes. Das ist die gute Seite. Keine Vorteile ohne Nachteile: es ist hart! Wer es richtig und konsequent durchführt, der erlebt 20 Minuten Hölle! Optimal durchzuführen ist das Intervalltraining mit einem Ergometer. Man sitzt auf dem Fahrrad und tritt mit moderatem Tempo in die Pedale. Nach 3 Minuten gibt man für eine halbe Minute alles, was in einem steckt. Höchstmögliche Geschwindigkeit auf der höchstmöglichen Stufe. Bereits nach einer halben Minute werden Sie sich fühlen, als hätte Sie jemand ausgewrungen. Aber das ist erst der Anfang! Dann treten sie wieder 2 Minuten mit moderatem Tempo, um anschließend eine weitere halbe Minute alles zu geben. Dieses „alles Geben“ wiederholen Sie insgesamt achtmal. Sollten Sie dann das Gefühl haben, man kann Sie vom Boden aufwischen, dann haben Sie es richtig gemacht.

 

Sie werden mehrere Minuten brauchen, um wieder einigermaßen zu Luft zu kommen.

 

Natürlich: die genannte Variante ist die Vollendungsstufe des Intervalltrainings. Um diese überhaupt einmal erst zu erreichen, müssen Sie natürlich eine Grundkondition aufbauen. Und wenn Sie an Bluthochdruck, einem anderen Herz-Kreislauf-Leiden, einer chronischen Erschöpfung, an Diabetes (egal welcher Typ), einer chronischen Entzündung oder einen der oben genannten Anfallsleiden erkrankt sind, verbietet sich diese Methode.

 

Aber: wenn Sie Intervalltraining mit Dinner Cancelling kombinieren, wird mit ihnen an den betreffenden Abenden nichts mehr anzufangen sein - dafür können Sie Ihrem Bauch beim schrumpfen zu sehen! Durch die Aktivierung der so genannten schnellen Muskelfasern beim Intervalltraining setzen Sie ein wahres Hormon-Inferno in Ihrem Körper in Gang. Messungen haben ergeben, dass sich bei Männern der Testosteron-Spiegel nach einer Zeit verfünffacht hat! Sollten Sie dies mehrere Monate dreimal die Woche praktizieren, setzen Sie vor allen Dingen als Mann den inneren Krieger in sich frei (und sehen auch so aus).

 

Mein Tipp: gleich mit dem vollen Programm einzusteigen wird Sie mit Sicherheit entmutigen. Sollte Sie chronisch krank sein, so dürfen Sie sich auch nicht am Limit anstrengen. Sie geraten in eine vegetative Erschöpfung und die Entzündung wird noch schlimmer. Für alle anderen gilt: fangen Sie mit einem oder mit zwei Intervallen an, um erst einmal ein Gefühl für den Körper zu entwickeln. Oder die andere Variante: Beginn Sie zwar mit acht Intervallen, aber nur mit 90 % ihrer Kraft. Wenn Sie eine halbe Minute pro Intervall rechnen, macht es einen gewaltigen Unterschied, ob Sie mit 90 % oder 100 % ihrer Energie arbeiten. Sie werden mit 90 % nach einer halben Minute noch ordentliche Energiereserven haben. Dafür ist der Effekt allerdings um gut zwei Drittel verringert. Wie auch immer: im Zweifelsfall lassen Sie sich vorher von einem guten Arzt durchchecken!

 

Kommen wir jetzt zu einer „exotischeren“ Methode des Bauchverlustes.

 

Die „Anti-Östrogen-Diät“

 

Eine bestimmte Diät dürfte hier in Deutschland eher eine Randerscheinung sein, wenn es um den Gewichtsverlust geht. Es handelt sich dabei um die Anti-Östrogen-Diät eines Herrn namens Ori Hofmekler. Dieser Herr ist der Meinung, dass wir durch unsere Ernährung, die Zusatzstoffe und vor allen Dingen durch die umweltmedizinischen Belastungen durch Plastik, Weichmacher usw. hormonell aus dem Gleichgewicht geraten. Östrogen-ähnliche Substanzen im Blut unterdrücken die Aktionen von Hormonen wie den Androgenen und Testosteron.

 

Was das bedeutet, lässt sich beispielsweise in einem Schwimmbad beobachten: Mehr und mehr junge Männer tendieren dazu, im Verhältnis zum Oberkörper ein dickeres Gesäß und breitere Hüften zu entwickeln. Außerdem nehmen sie schneller am Bauch zu und tendieren zu Übergewicht. Vor allen Dingen in den westlich-industrialisierten Regionen haben junge Männer immer weniger klassische, männliche Form: breite Schulter, schmale Taille, schmale Hüfte.

 

Hofmekler geht sogar noch weiter und sagt, dass diese Entwicklung nicht nur für Übergewicht sorgt, sondern auch für Entzündungen und Krankheiten. Deswegen sollte man über die Ernährung gut wie es geht versuchen, diese Tendenz auszugleichen. Das gilt übrigens auch für die Frauen! Seine Vorstellung von gesunder Ernährung beinhaltet:

 

  • Möglichst die Vermeidung von Zucker, in jeder Form (einige wenige Obstsorten sind in geringen Mengen erlaubt, beispielsweise Beeren)
  • nur relativ geringe Mengen an Fleisch, dafür aber höchste Qualität (zum Beispiel Rind aus biologischer Haltung / mit Grasfütterung)
  • Kreuzblütler und Kohlgewäche in der Basis (z.B. Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl)
  • Dabei Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, aber auch Zitrusfrüchte, in begrenzten Mengen
  • Oliven sowie ungeröstete Nüsse und Samen
  • Fisch als Wildfang
  • Biologische Eier
  • In begrenzten Mengen: Milchprodukte wie Naturjoghurt und reifer Käse (bei Personen mit Histaminproblemen heißt es: aufpassen)
  • Auch erlaubt sind Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Getreideprodukte und Fleisch sollten nur in geringer Menge und erst zum Ende der Diät, die in drei Phasen unterteilt ist, dazu genommen werden.
  • Tabu sind Nahrungsmittelzusatzstoffe, Koffein, Alkohol, gesüßte Getränke und die so beliebte Plastikverpackung!

Nach der Ansicht von Ori Hofmekler haben Frauen diese Diät nötig, wenn sie an PMS oder Regelbeschwerden leiden, Männer bei chronischer Erschöpfung, sturem Bauchfett und nachlassender Libido.

 

Mein Tipp: das ist natürlich etwas für Menschen mit viel Geduld. Der Vorteil ist, dass auch chronisch Kranke mit diesen Tipps nicht schlecht fahren und die Veränderungen zwar langsam, aber dafür nachhaltig vonstatten gehen! Ein Dreivierteljahr sollte man sich mindestens Zeit geben.

 

Quellen:

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5609573/

https://dr-barbara-hendel.de/ganzheitliche-medizin/krankheitsbilder/unvertraeglichkeiten/fructose-tabelle-obst/

https://www.chronische-heilung.de/dinner-cancelling/

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