"Gute Zeiten, schlechte Zeiten"

Heute wird es wieder mal ein bisschen philosophisch…

 

Vor einigen Tagen habe ich in einem englischen Gesundheits-Forum folgenden, interessanten Spruch gelesen:

 

„Schlechte Zeiten schaffen starke Menschen. Starke Menschen schaffen gute Zeiten. Gute Zeiten schaffen schwache Menschen. Schwache Menschen schaffen schlechte Zeiten.“

 

Ein simpler Satz, der aber eines der größten menschlichen Dilemmata auf den Punkt bringt.

 

Ein andere schöner Satz besagt: „Geschichte wiederholt sich“. Im wesentlichen drückt er dasselbe aus: das Leben verläuft in Zyklen. Sommer und Winter wechseln miteinander ab, ebenso Krieg und Frieden, Liebe und Hass, Tag und Nacht, Wirtschaftsaufschwung und Rezession.

 

Wenn Sie heute mal in ein Altenheim gehen und die Damen und Herren, die deutlich über 80 Lebensjahre erreicht haben, anschauen, werden Sie natürlich kranke und behinderte Menschen finden. Aber: die meisten dieser Menschen haben bis wenige Jahre zuvor noch körperlich gearbeitet. Exemplarisch möchte ich einmal meine Schwiegermutter erwähnen: Sie ist vor etwa sechs Wochen 91 Jahre alt geworden. Seit Anfang vergangenen Jahres lebt sie im Heim. Bis vor ca. fünf Jahren hat sie noch selbstständig den Garten umgegraben und Paprika und anderes Gemüse geerntet. Die alte Dame geht zwar mittlerweile an einem Rollator, hat aber weder Diabetes, noch Herzinfarkte oder Schlaganfälle hinter sich. Sie könnte durchaus noch einmal weitere fünf Jahre leben.

 

Sie werden in einem Altersheim auch mit großer Sicherheit keinen Menschen finden, die eine Nahrungsmittelallergien oder eine Intoleranz haben. Sie werden auch niemanden mit Morbus Crohn oder multipler Sklerose finden. Jedenfalls ist dies extrem unwahrscheinlich.

 

Denn dies sind Krankheiten, die meine Generation und alle nachfolgenden betreffen. Mittlerweile sehe ich die zweite Generation nach mir aufwachsen und was ich das sehen muss, ist schon phänomenal. Viele Kinder bringen nicht einmal die einfachsten Körperübungen zu Stande, die zum Beispiel bei mir - der 50. Geburtstag ist in Sichtweite - tägliche Trainingsroutine sind. Ich sehe kleine Kinder mit Augenringen, die von einer vegetativen Erschöpfung künden. Jeder dritte junge Mensch leidet an irgendeiner Form der Allergie, ein weiteres gutes Drittel verträgt irgendwelche Nahrungsmittel nicht, von Laktose über Fructose bis hin zu Gluten.

 

Ein Blick über den Tellerrand der „Volksgesundheit“ hinaus…

 

Wir leben objektiv betrachtet (noch) in guten Zeiten. Die Medien bzw. die Presse werde nicht müde davon zu berichten, wie gut es uns doch geht und dass wir in einen Wirtschaftsaufschwung leben. Wir erwirtschaften Überschüsse. Es gibt keine kriegerischen Auseinandersetzungen in Mitteleuropa. Alles lebensnotwendige es in mehr als ausreichender Menge vorhanden, und die meisten von uns brauchen nicht zu hungern.

 

So weit, so schön?

 

Aber dennoch: irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass doch nicht alles so in bester Ordnung ist, wie es den Anschein hat. Menschen fühlen, dass es bergab geht. Für viele wird es immer schwieriger, mit einem Einkommen eine Familie zu gründen. In den größeren Städten macht sich ein Gefühl breit, nicht mehr sicher zu sein. Selbstständige kommen geschäftlich immer häufiger in Schwierigkeiten. Man spürt eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung. Das „heile Welt-Denken“ nimmt ab.

 

Menschen haben Angst, machen sich Sorgen. Die Zukunft wird ungewiss. Viele Leute stellen sich Fragen wie: werde ich arbeitslos? Kriege ich so etwas wie eine Rente? Kann ich meine Familie noch versorgen?

 

Diese Gefühl der Unsicherheit und Ungewissheit nehmen nach und nach den Verstand ein. Angst macht sich breit. Diese Angst findet ihren Ausdruck in einem stillen, politischen Protest. Dadurch, dass heute im Prinzip jeder über sozialen Medien seine eigene Sichtweise der Dinge veröffentlichen kann, ist der Protest gelegentlich auch nicht mehr ganz so still. In Deutschland drückt er sich durch das „Erscheinen“ einer Partei im Bundestag, deren Namen ich jetzt mal unerwähnt lasse.

 

Gibt es Parallelen zwischen diesen beiden Welten?

 

Meiner Meinung nach gibt es sogar sehr auffällige Parallelen. Auch im Bereich der Gesundheit bekommen wir von offizieller Stelle erklärt: „uns ging es noch nie so gut, die Menschen haben noch nie ein so hohes Lebensalter erreicht, das Lebensalter wird weiter steigen!“

 

Wer sich jedoch ein bisschen mit Gesundheit auskennt und die Menschen beobachtet, gewinnt einen ganz anderen Eindruck: meine Generation und die Generation, die jetzt maximal 70 Lebensjahre alt ist, hat überproportional viele fettleibige Menschen und solchen schweren Stoffwechselstörungen, wie Fettleber oder Diabetes. Unter den Menschen, die jünger sind als ich, breiten sich Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Entzündungen und Autoimmunkrankheiten immer mehr aus.

 

Im Gesundheitsbereich gibt es mittlerweile auch schon einige zaghafte „offizielle“ Stimmen, dass es mit der Gesundheit der Menschen insgesamt eher bergab geht.

 

So richtig Alarm machen in beiden Welten, sowohl beim Thema Gesundheit als auch beim Thema Wirtschaft und Politik, die so genannten „alternativen Medien“.

 

Und wie das immer so ist: wenn zwei Parteien eine völlig gegensätzliche Meinung vertreten, spalten sie auch die Lager ihrer Anhänger. Das ist im Bereich Politik und Wirtschaft nicht anders als im Bereich Gesundheit. Ich möchte diesen Blog Eintrag nicht zu politisch, tendenziös oder parteiisch gestalten. Fakt ist jedoch: das Leben verläuft in Zyklen. Ein „immer nur bergauf“ ist eine Illusion, die ist erstens in der menschlichen Geschichte niemals gegeben hat und zweitens, die objektiv nicht haltbar ist.

 

Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass unsere Zivilisation historisch betrachtet nicht die erste auf diesem Planeten ist, sondern dass es vorher bereits andere Zivilisationen gegeben haben muss. An dieser Stelle wird auf das sagenumwobene Atlantis verwiesen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob daran was ist.

 

Was ich aber definitiv weiß: wenn eine Mehrheit von Menschen behauptet, dass es uns „noch nie so gut gegangen ist“, ist dies ein ernsthaftes Alarmsignal. Wenn es uns nämlich noch nie so gut gegangen ist, ist dies keineswegs ein Zeichen dafür, dass es in Zukunft noch besser wird. In Bezug auf den oben zitierten Satz:

 

„Gute Zeiten schaffen schwache Menschen!“

 

Gute Zeiten, vielleicht die besten Zeiten überhaupt, haben wir seit dem Wirtschaftswunder. Relativ gesehen Gute Zeiten - auch historisch betrachtet - haben wir jetzt bei uns in Deutschland seit etwa 60 Jahren. 60 Jahre sind übersetzt 2-3 Generationen Menschen. Eine lange Zeitspanne, um schwache Menschen zu schaffen. Wer sich ernsthaft mit Gesundheit beschäftigt und nicht nur die offizielle Lehrmeinung abkupfert, was die Wissenschaft heute alles kann (dass sie viel kann, ist unbestritten!), wird bezüglich der Gesundheit der meisten Menschen in der so genannten westlichen-zivilisierten Ländern zu einem ernüchternden Ergebnis kommen. Und es wird nicht besser. Denn dass die Krankheiten nun einmal da sind wie oben beschrieben, daran kann und wird die so genannte Wissenschaft herzlich wenig ändern. Ergo: wir leben in einem Zeitalter der schwachen Menschen.

 

Wenn also immer mehr Menschen negative Gefühle bekommen, unruhig werden und das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, dann liegen sie richtig. Denn:

 

„Schwache Menschen schaffen schlechte Zeiten!“

 

Wir sollten uns daher von dem, was wir irgendwo lesen, hören oder sehen, nicht allzu sehr blenden lassen, sondern versuchen, uns wieder auf uns selbst zu besinnen. In punkto Gesundheit, aber auch in punkto Eigenverantwortung (in jedem Bereich). Ich denke, unabhängig davon, welchem „Lager“ man sich anschließt: darauf, dass uns ein schönes, weiches soziales Sprungtuch beim Absturz auffängt, können wir uns immer weniger verlassen. Ergo: Eigenverantwortung sollte wieder gewagt werden – und zwar bevor die schlechten Zeiten „erschaffen“ sind…

 

Quellen: meine eigenen geistigen Ergüsse, bis auf den zitierten Spruch.  

 

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