Etwas über (Liebes)Beziehungen - und das Ende ebensolcher...

Ich habe mich entschlossen, meinen Blog Stück für Stück auch um die Klärung philosophischer Fragen zu erweitern. So ein Therapeut, bei dem man in der ersten Sitzung zwei Stunden (oder länger) verbringt, wird manchmal zwangsläufig so etwas wie ein „Beichtvater“. Und neben gesundheitlichen Fragen werden auch Fragen über das Leben im Allgemeinen wie im Speziellen diskutiert.

 

Mit den persönlichen Freiheiten haben auch die Beziehungsprobleme zugenommen

 

Als Anfang des Jahrtausends das Internet in größeren Kreisen salonfähig wurde, gab es Lebenshilfeforen für alles Mögliche. Die gibt es heute auch noch, aber mittlerweile wollen die Personen unter sich sein, während man da um das Jahr 2000 offener war. Man konnte auch dann, wenn man nicht persönlich betroffen war von dem „Problem“ teilnehmen und Ratschläge erteilen.

 

Wie dem auch sei: ein großes Thema war zu jener Zeit, dass Altersgenossen meiner Wenigkeit (also damals um die 30 und etwas jünger), die „netten, selbst kochenden Männer“ keine Partnerin „abbbekamen“, während der starke, aber unsensible Typ „Macho“ sich „die tollsten Frauen an Land zog“.

 

Emanzipation: big fail?

 

Diesem Problem gegenüber stehen die hohen und weiterhin wachsenden Scheidungsraten in unserer modernen Gesellschaft, die auch ausgerechnet und besonders im Alter der weiblichen Wechseljahre auftreten, gegenüber.

 

Resultiert die moderne Lebensweise also in einer zunehmenden Beziehungsunfähigkeit?

 

Persönliche Freiheiten und der (gar nicht so) kleine Unterschied zwischen Frau und Mann…

 

Vor etlichen Jahrzehnten, als man die Pizza noch nicht im Internet bestellen konnte, da es weder das Internet noch die Pizza (zumindest nicht hier in Deutschland) gab und die süßesten Früchte noch nicht im Supermarkt wuchsen, waren Ehen noch Lebensgemeinschaften im besten Wortsinn. Mann und Frau hielten zusammen und gingen zusammen durch dick und dünn. Daher ließen sich unsere Großeltern auch nicht scheiden.

 

Heute, im Zeitalter von Pizza, Internet und Supermärkten, sind Frauen „unabhängig“. So scheint es jedenfalls. Sie können sich ihren Partner „frei wählen“. Aber das ist nicht der eigentliche Kern der ganzen Sache.

 

Manche Menschen sagen: durch unsere persönlichen Freiheiten tun sich Abgründe des menschlichen Daseins auf. Aber das ist auch nicht richtig. Wenn man die Zustände nicht anprangert, sondern ganz neutral betrachtet, mal wieder ein ganz anderes Prinzip. Dieses Prinzip ist wirklich überraschend simpel und lässt sich auf fünf einfache Worte reduzieren:

 

Frauen entwickeln sich, Männer nicht!

 

In härteren und ärmeren, zurückliegenden Zeiten war der Mann gezwungen, sich in einen bestimmten Typ hinein zu entwickeln: den des Ernährers, Versorgers und Häuslebauers. Ich nenne diesen Typ einmal „Typ-2-Mann“. Das war seine Aufgabe. Er war zupackend, anpackend und verlässlich. Etwas anderes war gar nicht möglich, denn die Zeiten waren hart, der Mann und die Frau war aufeinander angewiesen. Die Frauen waren außerdem gezwungen, sich diesen Umstand anzupassen und diesen Typ-2-Mann mit allen Vor- und Nachteilen zu akzeptieren. Aus dieser Akzeptanz und der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Ehe erwuchs auch die „Haltbarkeit“ der Beziehung.

 

Sobald jedoch materielle Freiheit und „Zwanglosigkeit“ im wahrsten Sinne des Wortes in einer Gesellschaft Einzug halten, wird der Mann in kein Rollenmuster mehr gezwungen und die Frau realisiert, dass sie sich geistig durch verschiedene Stadien entwickeln. Jedes dieser Stadien wird von einem Typ Mann repräsentiert. Der genannte Typ-2-Mann ist vor allen Dingen in der Zeitspanne zwischen Anfang 20 und Mitte 40 für die Frau interessant. Davor und danach werden andere Männer-Typen bevorzugt:

 

Der Typ-1-Mann: er ist der Held jeder Party, bleibt am längsten auf und verträgt am meisten Alkohol. Er liefert die besten Sprüche ab und ist kein Stück schüchtern. Er ist der Typ Mann, mit dem man am besten „um die Häuser ziehen kann“.

 

Der Typ-2-Mann: wie oben beschrieben: er packt an, er packt zu, er schafft das Geld ran, baut das Haus und zeugt die Kinder. Risiken und Nebenwirkungen? Natürlich ist der starke Mann irgendwo auch ein Macho - von nichts kommt schließlich nichts!

 

Der Typ-3-Mann: jetzt kommt er: das Produkt der Emanzipation. Nett, einfühlsam, sensibel - aber im Gegensatz zum Typ-2-Mann auch ein bisschen „kraftlos“. Er ist ein Philosoph, ein Träumer. Er ist, auf einen Punkt gebracht, der Traummann von Alice Schwarzer (oder so?).

 

Die Frau entwickelt sich im Laufe ihres Lebens durch diese drei Typen hindurch: ab der Pubertät darf es der Typ-1-Mann sein. Wenn die biologische Uhr tickt und der Wunsch der Frauen nach einer gewissen Solidität und einem geregelten Leben erwacht, rückt der Typ-2-Mann in den Fokus der Frau. Ab den Wechseljahren, wenn die materielle Basis in aller Regel sicher ist und die Kinder aus dem Haus, kommt der Typ-3-Mann zu seinem Recht.

 

Die Frau entwickelt sich automatisch durch diese Stadien des Lebens hindurch, und zwar ganz simpel aus einem Grund: es sind sie, die die Kinder kriegen. Der Mann tut sich da schwer. Er neigt in seiner geistigen Entwicklung zu einer gewissen Erhaltungsneigung: der Held der Party kann sich kaum von seiner Lebensweise trennen, der zupackende Typ-2-Mann schafft es mit zunehmenden Jahren kaum, seine Lebensmuster zu durchbrechen. Der Typ-3-Mann ist schon in jungen Jahren irgendwie „geistig alt“ und wird kaum das Herz einer jungen Frau in Brand setzen. Der Typ-3-Mann ist, zynisch gesagt, der Typ, der Frauen aus Ehescheidungen von Typ-2-Mann auffängt.

 

Ergo: eine Frau braucht in Ihrem Leben drei Männer

 

Da dies eine ganz natürliche Entwicklung ist und es die Männer sind, die zu einer gewissen „Erhaltungsneigung“ in ihrer charakterlichen Entwicklung leiden, haben wir so viel Beziehungsprobleme. In diesem Sinne ist die relative Freiheit von akuter Not früherer Jahre verantwortlich für eine Entwicklung in der Beziehung zwischen Frau und Mann „zum Schlechteren hin“. Aber es ist nur scheinbar schlechter. In Wirklichkeit ist es ein Bewusstwerdungsprozess, der vor allen Dingen die Männer angeht. In diesem Sinne wird die Emanzipation der Natur von Mann und Frau bei weitem nicht vollständig gerecht. Und: jede positive Seite hat automatisch eine negative Seite zur Folge:

 

Der Typ-1-Mann ist lustig und humorvoll, aber auch unzuverlässig (untreu).

 

Der Typ-2-Mann ist verlässlich in dem Sinne, in dem er für das materielle Wohl der Familie sorgt. Aber von nichts kommt nichts: die Eigenschaft, sich durchbeißen zu müssen, führt auch zu einer gewissen menschlichen Härte und Unsensibilität.

 

Der Typ-3-Mann ist liebevoll und ein guter Gesprächspartner. Standfestigkeit und Durchsetzungsvermögen sowie Zähigkeit zeichnen ihn aber eher nicht aus.

 

In den verschiedenen Abschnitten des Lebens einer Frau - relative materielle Freiheit vorausgesetzt - rücken diese verschiedenen Eigenschaften je nach Lebensalter in den Fokus. Dies hat nichts mit Emanzipation zu tun, sondern ist eine natürliche Folge davon, dass Frauen sich durch diese Stadien durch entwickeln.

 

Und die Männer? Die bleiben (fast immer) so wie sie sind!

 

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