Naturheilkunde und die Fibromyalgie - eine Einführung

Die landläufige Meinung zum Thema Fibromyalgie ist: keine richtige Erkrankung, „irgendetwas psychosomatisches“, „das hat doch irgendetwas mit Rheuma zu tun?“ und nicht zuletzt: „das ist irgendetwas, was nur ganz wenige und äußerst sensible Menschen betrifft“.

 

Das habe ich alles schon gehört – und es ist alles falsch.

 

Zunächst: Fibromyalgie ist keine seltene Erkrankung

 

In der Meinung medizinischer Laien hat Fibromyalgie immer noch einen irgendwie exotischen Anstrich. Dabei ist die Erkrankung gar nicht so selten. Immerhin 3 % der Bevölkerung in Deutschland sind - glaubt man aktuellen Statistiken - von Fibromyalgie betroffen. 6 % aller Personen, die einen Arzt aufsuchen, tun dies wegen Fibromyalgie. Und sage und schreibe 12 % aller, die einen Facharzt für Rheumatologie aufsuchen, haben eine Fibromyalgie!

 

Diffuse Beschreibung der Ursachen in der Medizin

 

Dennoch: die Medizin ist nach gegenwärtigem Stand Ihrer Erkenntnisse nicht in der Lage, die Erkrankung „Fibromyalgie“ akkurat herzuleiten. Hier ein Zitat aus den Gesundheit-Portal „Onmeda“:

 

„Die Ursachen, die für Fibromyalgie verantwortlich sind, sind bisher weitestgehend unbekannt. Die Wissenschaft arbeitet aber intensiv an der Ursachenforschung.

 

Als mögliche Ursachen werden unter anderem diskutiert:

 

  • Vererbung
  • entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen
  • Operationen und Unfälle
  • Störung des Schmerzgedächtnisses
  • Schäden in bestimmten Nervenfasern
  • psychosomatische Ursachen

 

Eine familiäre Häufung der Fibromyalgie ist zu beobachten. Ob tatsächlich Vererbung oder eher psychologische Faktoren (wie z.B. Lernmechanismen) die zentrale Rolle spielen, ist bislang nicht geklärt.“ (Quelle:  https://www.onmeda.de/krankheiten/fibromyalgie.html#ursachen )

 

Das kann der Betroffene natürlich alles oder nichts ableiten. Es steht zweifelsfrei fest, dass die genannten Faktoren an einer Entstehung der Fibromyalgie mitbeteiligt sein können. Die aktuelle Forschung auf dem Gebiet der Medizin und Naturheilkunde offenbart jedoch ganz andere Ansichten.

 

Verwandt bzw. begleitend auftretend: chronische Erschöpfung, Depression, Reizdarm

 

In etlichen medizinischen Veröffentlichungen über das Fibromyalgie-Syndrom kommen die begleitenden Umstände für die Erkrankung an den Tag. So sind entzündliche Veränderungen erstens schwer feststellbar und zweitens, wenn Sie denn festgestellt werden, sehr unspezifisch. Aber: wenn Letzteres der Fall ist, lassen sich gewisse Beziehungen zum chronischen Erschöpfungssyndrom ableiten. Fibromyalgie-Patienten leiden ebenso deutlich häufiger an Depression, depressiver Verstimmung und Reizdarm als gesunde Personen.

 

Mittlerweile begründen verschiedene Forschungsansätze, dass die Ursachen für chronisches Erschöpfungssyndrom sowie für Depressionen zumindest teilweise im Darm liegen. Auch hier gibt es wieder eine Überschneidung mit dem Reizdarm-Syndrom. Betroffene Patienten leiden überproportional häufig an Depression, chronischer Erschöpfung und sogar diffusen Schmerzzuständen. Dies trifft auch dazu, wenn am Darm an sich keine entzündlichen Veränderungen festgestellt wurden.

 

Die moderne Naturheilkunde bringt Fibromyalgie mit Darmstörungen in Zusammenhang

 

Ärzte wie Dr. Kresser, Dr. Myhill, Dr. Mercola, Dr. Meirleir und Dr. Oz aus den USA werfen beim Vorliegen einer Fibromyalgie einen Blick auf den Darm. Als der wahrscheinlichste Kandidat an Darmstörungen, der ein Fibromyalgie-Syndrom verursacht, wird SIBO gehandelt: „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“, oder zu deutsch: eine Überwucherung der Schleimhaut des Dünndarms mit Bakterien aus dem Dickdarm.

 

Dieser Zustand ist krankhaft, führt zu den verschiedensten gesundheitlichen Problemen, muss aber nicht zwangsläufig mit einer Entzündung einhergehen. Auch muss der Betroffene am Darm selbst nicht unbedingt etwas merken. Allerdings verändert sich mit einem SIBO die gesamte Ökologie des Darms, was Verdauungsschwächen und Unverträglichkeiten nach sich ziehen kann. Die Darmflora verändert sich, und damit die Kommunikation mit dem darmassoziierten Nervensystem. Der Energiestoffwechsel verändert sich, die Muskulatur wird unter Umständen weniger gut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Es wird mehr Milchsäure freigesetzt. Wenn diese nicht adäquat abgebaut werden kann, sammelt und verdichtet Sie sich an bestimmten Punkten des Körpers. Von dort verursacht sie diffuse, ausstrahlende Schmerzzustände.

 

Meine erste Empfehlung zum Thema Fibromyalgie: eine 2-Stufen-Diät

 

Ein SIBO kann mit relativ guter, jedoch nicht absoluter Genauigkeit mithilfe einer Atemgasanalyse bestimmt werden. Der „Lactulose-Atemgastest“ ist eine gute Möglichkeit, dieser Darmstörung auf die Schliche zu kommen. Sollte sich der Verdacht auf SIBO bestätigen, empfehle ich eine 2-Stufen-Diät, wobei jede Stufe vier Wochen andauern sollte. In der Stufe eins folgen Sie bitte der FODMAPS-Diät: sie verbannt bestimmte Arten von Zucker und Kohlenhydraten aus der Ernährung, die vergoren werden können. Informationen über die Nahrungsmittel, die im Rahmen einer FODMAPS-Diät verzehrt werden können, finden Sie hier:

 

https://www.fodmaps.de/fodmap-liste/

 

In den zweiten vier Wochen verzichten Sie bitte auf jegliche Art von natürlicher oder künstlicher Süße. Dabei werden alle Zucker, Zuckeralkohole (wie Sorbit, Xylit), Süßstoffe, Obst et cetera aus der Ernährung verbannt. Obst kann in Bezug auf den Vitamingehalt über diese vier Wochen durch Gemüse ersetzt werden.

 

Meiner Erfahrung nach lässt sich mit dieser 2-Stufen-Diät die Symptomatik der Fibromyalgie schon einmal etwas reduzieren. Ich muss allerdings dazu sagen: die Kombination aus diesen zwei Diäten wird eine Fibromyalgie nicht heilen. Zur Erreichung dieses Ideals sind wesentlich mehr Maßnahmen notwendig, unter anderem eine umfangreiche Darmsanierung sowie die Anregung des Zell- und Energiestoffwechsels.

 

Die folgenden Nahrungsergänzungen empfehle ich bei Fibromyalgie

  1. Transdermales Magnesium (Magnesium Oil Spray):

Magnesium ist in viele Prozesse des Energiestoffwechsels und der Enzymaktivierung im Körper einbezogen. Optimaler Weise sollte man mehr Magnesium als die empfohlene Tagesdosis zuführen. Über die Einnahme von Nahrungsergänzung klappt dies jedoch nur bedingt, da der Körper aus den Darm Magnesium bei zu hoher Konzentration wieder ausscheidet. Dabei ist die Methode von Dr. Norman Shealy empfehlenswert, der eine hochkonzentrierte Magnesiumchlorid-Lösung, das „Magnesium Öl“ mit 31% Konzentration, auf die Haut sprüht. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf dieser Seite:

 

https://dr-barbara-hendel.de/ganzheitliche-medizin/nahrungsergaenzungen/mineralien/magnesium/magnesium-oil/

 

       2. Chlorella pyrenoidosa

 

Mit einer etwas älteren Studie aus dem Jahr 2000 wurde ermittelt, dass die Süßwasseralge über einen Zeitraum von drei Monaten die mit Fibromyalgie verbundenen Schmerzzustände um gut 20 % reduzieren kann. Benutzt wurden 10 g Chlorella sowie 100 ml einer Flüssigkeit, die Chlorella enthält. Der Effekt ist wohl darauf zurückzuführen, dass Chlorella bei der Entgiftung schädlicher Stoffwechselprodukte aus der Darmschleimhaut und dem Darm hilft.

 

3. L-Acetyl-Carnithin

 

Experimente mit der biochemisch veränderten Aminosäuren zeigen, dass durch eine Anwendung von 1 g pro Tag, in 2 × 500 mg-Einheiten, über zehn Wochen eingenommen, sämtliche mit Fibromyalgie verbundenen Zustände gelindert werden können: Schmerz, Erschöpfung, Morgensteifigkeit, Konzentrationsschwächen und Depression. Nur eventuell vorhandene Darmsymptome wurden nicht beeinflusst.  

 

4. Methylierung (in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten)

 

Bei der Methylierung werden biologisch aktive B-Vitamine in einer bestimmten Reihenfolge über einen Zeitraum von 4-6 Wochen hinweg eingenommen. Diese Praxis verbietet sich allein bei Schwermetallbelastung. Beschrieben habe ich den Prozess in aller Ausführlichkeit in meinem Ratgeber: „Andreas Ulmichers Ratgeber chronische Erschöpfung“.

 

5. Rechtsregulat (Vorsicht: erst nach den beiden Diät-Phasen anzuwenden!)

 

Rechtsregulat ist ein Enzympräparat, dass rechtsdrehende Milchsäure enthält. Sie verbindet sich mit der Milchsäure im Muskelgewebe, mobilisiert sie und macht sie ausscheidungsfähig. Rechtsregulat sollte man einnehmen, wenn alle anderen therapeutischen Prozesse abgeschlossen sind. Der Energiestoffwechsel wird noch einmal angeregt und der Säure-Basis-Haushalt wird harmonisiert. Ich habe bei vielen Patienten mit diffusen Muskel- und Gelenkschmerzen Linderung nach dem Einsatz von Rechtsregulat erlebt.

 

Quellen:

 

https://www.onmeda.de/krankheiten/fibromyalgie.html#ursachen 

https://www.fodmaps.de/fodmap-liste/ 

https://dr-barbara-hendel.de/ganzheitliche-medizin/nahrungsergaenzungen/mineralien/magnesium/magnesium-oil/ 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10815009 

http://www.greenmedinfo.com/article/acetyl-l-carnitine-significantly-improves-condition-patients-fibromyalgia

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