Sommergrippe: wie Sie das Risiko verringern

Zunächst einmal: was ist das, eine Sommergrippe?

 

Eine Sommergrippe ist nur sehr selten eine echte Grippe. Meistens handelt es sich dabei um einen grippalen Infekt, also eine Erkältung. Ausgelöst wird diese meist durch Adeno- und Enteroviren. Eine Sommergrippe macht Symptome ähnlich wie eine normale Erkältung während der Wintermonate, es gibt allerdings Unterschiede:

 

Durch die warme Jahreszeit bedingt befallen die Viren seltener die Schleimhäute der oberen Atemwege, dafür aber häufiger die Schleimhäute des Verdauungstrakts. Das hat relativ simple Gründe: die Temperaturschwankungen und auch die Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit etwa zwischen innen und außen sind in den Sommermonaten nicht so extrem wie in den Wintermonaten. Dadurch sind die Schleimhäute der Atemwege einem geringeren Stressreiz ausgesetzt. Demgegenüber verstärkt sich der Stress der Schleimhäute von Magen und Darm: in in den Sommermonaten öfter gekühlte Getränke zu uns und mehr Rohkost, wie etwa Obst oder Salat. Dadurch werden die Schleimhäute des Verdauungstrakts saurer und können leichter gereizt werden. Außerdem kommt es in dem warmen Wetter schneller zu Vermehrung von Bakterien auf der Oberfläche von Nahrungsmitteln.

 

Deswegen treten im Sommer bei einer Erkältung häufiger Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall auf. Relativ hingegen seltener Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Heiserkeit und Niesen. Wobei diese natürlich durchaus immer noch häufig auftreten.

 

Interessant: holt man sich in den Tropen eher eine Erkältung?

 

Wenn Sie zum Beispiel in den Sommermonaten nach Florida fahren, haben Sie dort ein extrem warmes und schwüles Klima, das mit dem mitteleuropäischen Sommer gar nicht vergleichbar ist. Ja, im Grunde genommen nicht einmal mit dem klassischen Mittelmeersommer. Die Klimaanlagen werden gerade in den USA sehr kühl eingestellt, so dass zwischen „draußen“ und „innen“ auf Temperaturunterschiede von bis zu 20° herrschen, von den Unterschieden in der Luftfeuchte ganz zu schweigen. Dadurch sind die Schleimhäute der Atemwege natürlich wesentlich mehr Stress ausgesetzt als bei einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Sommer! Der Schutz der Schleimhäute vor einer Besiedlung durch Viren wird damit geschwächt.

 

Die üblichen Maßnahmen lindern nur, aber heilen nicht schneller

 

Wenn die Erkältung erst einmal besteht, kann sie nur gelindert werden: durch schleimlösende Mittel, Magen-Darm-Symptome durch Arzneimittel wie Buscopan oder durch Probiotika. Wichtig: eine bestehende Erkältung sollte man unbedingt mit Ruhe und Erholung auskurieren - auch im Sommer.

 

Aber: wie kann man das Risiko für eine Sommergrippe verringern? Hier die wichtigsten Maßnahmen:

 

1.     Klimatisierung

 

Von Klimaanlagen kühl gehaltene Räume sind von ihrer absoluten Luftfeuchte her sehr trocken. Das ergibt Stress für die Schleimhäute. Wenn Sie eine Klimaanlage haben (zum Beispiel im Auto) achten Sie darauf, diese nur moderat einzustellen. Das verringert das Risiko für eine Sommergrippe mit Sicherheit schon um mehr als die Hälfte.

 

2.     Bewegung: das WIE ist entscheidend

 

Falls Sie ernsthaft Sport treiben, achten Sie darauf, in Hitzeperioden nicht zu hart zu trainieren. Das Risiko für eine vegetative Erschöpfung ist dann höher. Außerdem verlieren Sie durch die Anstrengung reichlich Wasser, was die Schleimhäute austrocknet - und reichlich Mineralsalze, was die Erschöpfung verstärkt und eventuell zu einem Ungleichgewicht der Elektrolyte führt. Beides ist schlecht für das Immunsystem. Daher: gehen Sie es bei hohen Temperaturen eher entspannt an!

 

3.     Trinken Sie ausreichend

 

Es ist fast so etwas wie eine Binsenweisheit: aber Sie sollten kontinuierlich während des Tages trinken, und zwar je nach Größe und Körpergewicht, aber auch Temperatur mindestens 2, besser 3-4 l am Tag. Übrigens: damit ist Wasser gemeint und nicht etwa Kaffee, Cola, Limonade oder gar Alkohol!

 

4.      Extreme vermeiden

 

Sich regelmäßig der Sonne auszusetzen tut gut - es füllt Ihren Vitamin D-Speicher auf. Vermeiden Sie allerdings starken Sonnenbrand. Ein Sonnenbrand wird vom Körper als Verletzung angesehen und lenkt das Immunsystem sozusagen ab. Es legt den Schwerpunkt auf die humorale Abwehr, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Viren schwächt!

 

5.     Reichlich der richtigen Nährstoffe zuführen

 

Eine gute Nährstoffversorgung ist zu jeder Jahreszeit wichtig. In den Sommermonaten sollte man besonders auf die folgenden Nährstoffe achten, wenn man eine Sommergrippe vermeiden will:

 

·       Vitamin C

·       Zink

·       Selen

·       Kalium

·       Magnesium

·       Calcium

·       Vitamin D

·       Vitamin A, Betacarotin

·       Omega-3-Fettsäuren

·       Laurinsäure (zum Beispiel aus Kokosöl)

 

6.     Zu guter Letzt: verkühlen Sie sich nicht!

 

Wenn die Kleidung verschwitzt ist, wechseln Sie sie. Setzen Sie sich mit verschwitztem Körper nichts der Zugluft aus. Wählen Sie Ihre Kleidung realistisch: ein mitteleuropäischer Sommer ist ein mitteleuropäischer Sommer und kein sizilianischer. Die durchschnittlichen Temperaturen in einer normalen Nacht liegen zwischen 12° und 15°C - das bedeutet, dass Sie einen „Zug“ bekommen können, wenn Sie frühmorgens mit T-Shirt, kurzer Hose und Sandalen unterwegs sind! Berücksichtigen Sie vor allen Dingen die stärkeren Temperaturschwankungen: mal ist es richtig heiß, mal eher Herbst. Das Immunsystem kommt dann unter Umständen ins Schleudern!

 

Mir persönlich wäre die gleichmäßige Wärme und Beständigkeit mediterraner Sommer auch lieber als der wechselhafte mitteleuropäischer Sommer mit seinen starken Temperaturschwankungen. Aber: um eine Sommergrippe zu vermeiden, sollten Sie sich diesen Umstand anpassen!

 

Quellen:

 

https://www.gesundheit.de/krankheiten/fieber-grippe-erkaeltung/grippe/sommergrippe

http://www.praxisvita.de/sommergrippe-die-10-haeufigsten-fragen

http://www.bionorica.de/rund-um-ihre-gesundheit/nasennebenh%C3%B6hlen-und-schnupfen/was-tun-bei-sommergrippe.html

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