Die Nieren in der Naturheilkunde

 

Wenn einem etwas „an die Nieren geht“, macht man sich Sorgen.

 

Dann muss man sich natürlich die Frage stellen: sind die Nieren in der heutigen, „sorgenreichen“ Zeit, stärker belastet als zu früheren Zeiten?

 

Ich möchte das Ganze nicht allzu sehr in die psychosomatische Medizin abgleiten lassen. Sorgen hat der Mensch schon immer gehabt, Gedanken hat er sich auch schon immer gemacht - und dieses unabhängig von der Zeit. Wir haben heute Stress und wir hatten früher auch schon Stress. Nur, dass beim „modernen Stress“ noch einige Faktoren dazu gekommen sind, die wir vor 50 oder erst recht vor 100 Jahren so noch nicht hatten.

 

Diese Art von Stress hat nicht unbedingt mit unseren Gedanken oder überhaupt mit der Psyche zu tun. Es sind körperliche Stressfaktoren: beispielsweise technische Strahlung und Nahrungsmittelzusatzstoffe. Und gerade im Bereich der Nieren haben wir einen ganz großen, relativ modernen Stressfaktor: die Wahl der Getränke.

 

So gut wie alles nicht-alkoholische, das die moderne Getränkeindustrie zu bieten hat, enthält reichlich Fruchtzucker, oder Fruktose. Seit etwa 2010 weiß man, dass Fruchtzucker in hoher Menge zu Gicht, metabolischem Syndrom, Diabetes 2 und Nierenproblemen führen kann.

 

Nieren belastet – chronisch-degenerative Erkrankungen vorprogrammiert?

 

Ich habe schon immer gesagt und ich sage es wieder: das beste Getränk für den Menschen ist schlicht und ergreifend klares Wasser. Ohne Kohlensäure, ohne Additive. Sollte jemand sich an die Regel halten, dass er pro Tag 2-3 l klares Wasser trinkt, machen auch ein gelegentlicher Cocktail, ein gelegentliches Bier oder mal ein Fruchtsaftgetränk und natürlich auch der Kaffee nichts aus.

 

Aber auch das ausreichende Trinken von Wasser kann nicht komplett verhindern, dass man irgendwann einmal eine chronisch-degenerative Erkrankung entwickelt. Das hängt von vielen Faktoren ab. Die Entwicklung von Diabetes Typ 2 hängt (leider) nicht nur von Zucker- und Kohlehydratkonsum ab und auch nicht nur vom regelmäßigen Verzehr von Limonade oder Cola. Stress, Veranlagung und Vorerkrankungen spielen ebenso eine Rolle.

 

Vor allen Dingen kann die Entgiftungsleistung der Nieren bereits, sagen wir „suboptimal“ sein, auch wenn die Laborwerte beim Mediziner den Nieren „normale Funktion“ bescheinigen. Wenn dieses der Fall ist, wird das allein auch noch kein Diabetes, keine Osteoporose oder keine chronische Herz-Kreislauf-Erkrankung erzeugen.

 

Aber es wird diese Dinge begünstigen. Weswegen ich bei mindestens 70%, wahrscheinlich aber 80 % meiner älteren Patienten mit chronisch-degenerativen Erkrankungen auch die Nierentätigkeit stärke bzw. anrege.

 

Niere: das Organ für den Säure-Base-Haushalt

 

Da die Niere als Organ auch große Teile des Salzhaushalts regelt, ist sie schlicht ein sehr wichtiges Organ für die Regulierung des Säure-Base-Haushalts. Traditionellerweise werden in der Naturheilkunde chronisch-degenerative Erkrankungen mit einer „Übersäuerung“ in Verbindung gebracht, nachzulesen z.B. bei Peter Jentschura „Gesund durch Entschlackung“.

 

Natürlich ist auch das wesentlich komplizierter.

 

Allerdings kann man gerade für Menschen im dritten Lebensdrittel sagen, dass zu große Mengen an Eiweiß und natürlich erst recht an Zucker die Nieren belasten. Auch andere Organe werden in Mitleidenschaft gezogen. So findet man bei vielen Diabetikern auch eine Veränderung der Darmflora.

 

Genauso wird die Niere auch als Folge von degenerativen Alterserkrankungen in Mitleidenschaft gezogen. Älteren Menschen fehlen häufig die Enzyme, um mit einem „Festessen“ klarzukommen. Sie sollten sich daher eher vegetarisch ernähren. Das entlastet auch die Nieren, ebenso wie Wassertrinken.

 

Und damit schließt sich der Kreis: Stress schränkt das Enzymsystem und den Stoffwechsel weiter ein und beeinträchtigt so indirekt auch den Säure-Base-Haushalt. Daher hat der Spruch vom Anfang wiederum seine Berechtigung, dass einem Sorgen auf die Nieren gehen!

 

Quellen:

 

https://www.hindawi.com/journals/ijn/2011/315879/

http://www.naturheilt.com/Inhalt/Niereninsuff.htm

https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/die-32-besten-nahrungsmittel-fuer-ihre-nieren-nach-tcm

 

 

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