Was hat das darmassoziierte Immunsystem mit unserem Denken und Erinnern zu tun?

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In den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgestellt, dass der Zustand unseres Darms mit den emotionalen Befinden und der mentalen Kapazität zusammenhängen. In der Naturheilkunde beobachten wir diese Dinge schon länger. Allerdings können sie im Rahmen des wissenschaftlichen Interesses am Darm deutlich genauer analysiert werden.

 

Ein bisher noch unbekannter Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn wurde jüngst in der Zeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht. Offensichtlich scheint eine Störung oder Veränderung der Darmflora direkte Auswirkung auf die Ausbildung der Nervenzellen in einem Teil des Gehirns, dem sogenannten „Hippocampus“, zu haben. Aber nicht nur! Eine Störung der Darmflora hat außerdem bestimmte Zellen des Immunsystems, die Ly6Chi-Monozyten, in diesem Teil des Gehirns nahezu dezimiert.

 

Durch diese „Störung“ wird das Erinnerungsvermögen beeinträchtigt

 

Im Hippocampus liegt von der Evolution des Gehirns hier das Erinnerungsvermögen. Ist dieser Teil des Gehirns zerstört, können keine neuen Änderungen mehr abgespeichert werden. Vor dem Trauma gewonnene Erinnerungen können jedoch noch abgerufen werden. Das ist aber nicht die einzige Störung, die sich aus einer Veränderung oder Zerstörung der Darmflora ergeben könnte.

 

Emotionale Probleme führen ebenfalls zu einer Atrophie des Hippocampus

 

Im Tiermodell ist bereits untersucht worden, dass emotionaler Langzeitstress eine Verringerung des Volumens des Hippocampus zur Folge hat. Auch depressive Personen und Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom leiden an einer solchen Hippocampus-Atrophie. In einem weiteren Modell ist eine Störung der Darmflora mit Antibiotika hervorgerufen worden, die sich tatsächlich auf das Gedächtnis der Tiere gelegt hat. Auch die oben genannten Immunzellen wurden beeinträchtigt.

 

Und was lernen wir daraus?

 

Ich finde es interessant, dass wir immer von einem Bauchgefühl reden. Das Wort Bauchgefühl gab es schon sehr, sehr lange bevor die Wissenschaft diese Zusammenhänge überhaupt untersucht hat. Selbst in spirituellen und esoterischen Kreisen wird der Darm als Sitz des Gefühls gesehen. Jetzt offenbaren moderne wissenschaftliche Forschungen, dass ein erkrankter Darm oder ein Darm mit einer veränderten oder zerstörten Flora ernsthafte Probleme im Denken, Fühlen sowie der Stimmung (mit) verursachen kann.

 

Inzwischen gibt es auch mehrere Studien, dass Probiotika positive Effekte bei Depressionen bewirken können. Als Heilpraktiker habe ich schon öfter beobachtet, dass Depressionen verstärkt und häufiger bei Personen mit einer chronischen Verstopfung vorkommen. Wir sollten also unseren Darm hegen und pflegen.

 

Diese Zusammenhänge werfen außerdem ein ganz neues Licht auf unser Essverhalten. Es stellt sich die Frage: ist eine Darmflora, die uns schlank erhält, neurobiologisch das Optimum? Oder kann es vielmehr sein, dass die mittlerweile von Wissenschaftlern und Therapeuten immer wieder strapazierte so genannte „Schlank-Darmflora“ und notorisch unzufrieden und gestresst fühlen lässt, weil wir zwar nicht ansetzen, unser Stoffwechsel aber chronisch zu wenig Energie zur Verfügung hat?

 

Das ist in der Tat eine spannende Frage. In meinem neuen Buch: „Der Darmversteher“, welches am 1. September 2016 erscheint, bin ich unter anderem dieser Frage nachgegangen!

 

(Quelle unter anderem:

 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4370913/ 

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/bakterienwelt-wie-die-darmflora-das-denken-steuert-2016052166692  

https://www.inverse.com/article/13364-psychobiotics-will-use-bacteria-to-alter-your-brain-through-your-gut   )

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