Lungenkraut, eine vergessene Heilpflanze

Offiziell heißt diese Pflanze Pulmonaria officinalis, wobei das zweite Wort eigentlich besagt, dass die Pflanze in das Repertoire jeder Heilapotheke gehört. Tut sie aber nicht. Das Lungenkraut ist ein sehr volkstümliches Heilmittel, das mittlerweile fast in Vergessenheit geraten ist. Ich bin zwar selbst kein Phytotherapeut, teste den Tee des Lungenkrauts aber dieser Tage einmal aufgrund einer leichten Erkältung an mir selbst.

 

Das Lungenkraut wirkt nicht nur auf die Lungen

 

Das Lungenkraut gehört zu den Borretschgewächsen. Eventuell kennen Sie den Borretsch als Gewürz für den Salat. Wirksam sind - wie könnte es anders sein? - Mal wieder die sekundären Pflanzenstoffe. Dies sind vor allen Dingen Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Kieselsäure (gut, die Kieselsäure ist kein sekundärer Pflanzenstoff).

 

Merkwürdigerweise hat sich bei mir erwähnte leichte Erkältung in einem etwas seltsamen Symptom manifestiert: ich bin im Moment quasi fresssüchtig. Hier hat der Tee schon einmal eine gewisse Linderung gebracht. Außerdem scheint er bei mir die Nasensekretion und die Darmtätigkeit anzuregen. Beides ist bei mir insofern positiv, als dass ich aufgrund der Erkältung in der letzten Zeit eine eher träge Darmtätigkeit und ständig verstopfte Nebenhöhlen hatte.

 

Ich kann jetzt nicht direkt sagen, dass es „läuft“. Allerdings merke ich schon, dass die Schleimhäute der Nebenhöhlen aktiv werden. Einige Male genießt habe ich auch schon. Und wie gesagt: Mein beinahe unbändiger Appetit auf alles, was nicht zurückbeißt, wurde von zwei Tassen des Tees pro Tag gestoppt.

 

Bei diesen Indikationen kann der Lungenkrauttee hilfreich sein:

 

  • Erkältungen
  • allgemein Infekte der oberen Luftwege
  • Bronchitis
  • Halsentzündungen
  • rauer Hals, Stimmlosigkeit
  • Entzündungen des Darms und der ableitenden Harnwege
  • Durchfall und Verstopfung
  • Hämorrhoiden
  • Nierenentzündung
  • Akne vulgaris

 

Damit entfalten die Inhaltsstoffe einer Heilwirkung auf alle Schleimhäute des Körpers, nicht nur die der Atemwege. Den Nieren, der Blase und dem Darm wird ebenfalls geholfen. Lungenkrauttee schmeckt nicht besonders bitter. Sehr hintergründig und fein hat er ein ganz dezentes Aroma von Walderdbeeren. Da er zudem nicht besonders teuer ist, gehört er eigentlich in jeder Hausapotheke.

 

Allgemeiner Hinweis zum Thema Heilkräuter und Tees: ohne ausgesprochen ärztlichen bzw. therapeutischen Rat sollten Heilkräuter bzw. Heiltees nicht länger als maximal vier Wochen eingenommen werden. Sollten außergewöhnliche Symptome auftreten, die mit dem Tee in Zusammenhang stehen könnten, wenden Sie sich bitte an einen Apotheker, Arzt oder Heilpraktiker!

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