Achtung, Satire - die zweite: jetzt sind die Blutdrucksenker dran!

In der letzten Zeit Outfit sich das Nachrichtenmagazin „Focus“ als echter Beschützer und Menschenfreund. Jüngst berichtete er über die Gefahren der Bienenluft („Apitherapie“) „für Leib und Leben“. Und: er stellte den Bericht über eine amerikanische Studie online, wonach „einigermaßen normal“ nicht niedrig genug ist.

 

Es geht um den Blutdruck

 

Wir wissen alle, dass der Blutdruck nicht zu hoch sein sollte. Wir wissen auch alle, dass der ideale Wert bei 120 zu 80 liegt. Das ist kein Geheimnis. Als ich mit meiner Heilpraktikerkarriere begann, war dieser Wert auch schon ideal. Aber es galt eine obere Toleranzgrenze von „Lebensalter in Jahren +100“ für den oberen oder systolischen Wert. Recht bald wurde die Obergrenze auf 140 reduziert. Der neueste Husarenstreich:

 

Eben jene großangelegte (wie groß eigentlich?) US-amerikanische Studie empfiehlt nachdrücklich, einen auf 140 erhöhten Blutdruck unbedingt medikamentös auf die idealen 120 zu senken. „Bei 120 besteht ein um 25 % geringeres Sterberisiko als bei 140 Blutdruck“, so heißt es in der Studie.

 

Zunächst einmal - auch auf die Gefahr hin, dass ich an dieser Stelle wieder mal einige Illusionen zerstöre - das Sterberisiko liegt immer bei 100 %. Nicht mehr, und nicht weniger. Wenn wir geboren werden, steht es ganz sicher fest, dass wir irgendwann sterben. Das ist unabhängig davon, welche Medikamente wir einnehmen. Es mag sein, dass wir anders sterben, wenn wir einen Blutdrucksenker nehmen. Das Ergebnis wird aber in jedem Fall das gleiche bleiben: wir werden sterben.

 

Aber jetzt mal weg von der Ironie und hin zum Ernst des Lebens

 

Tatsächlich ist es so, dass mit dem Alter in aller Regel ein gewisserphysiologischer Blutdruckanstieg verbunden ist. Physiologisch bedeutet, der Blutdruck durch geänderte körperliche Bedingungen leicht ansteigt. Tatsächlich liegt die Obergrenze des ersten Blutdruckwerts meiner bisherigen Erfahrung nach bei alten Menschen physiologisch bedingt nicht über 140. Alles, was darüber liegt, ist ein pathologischer (krankhafter) Blutdruckanstieg.

 

Ich habe dies quasi live beobachtet bei einer guten Freundin meiner Ehefrau, die bereits hoch in die 80 war und immer einen Blutdruck von ungefähr 140 zu 85 hatte. Sie fühlte sich damit gut und hatte keine Beschwerden. Eine Ärztin empfahl ihr allerdings „wegen des Herzinfarktrisikos“ nachdrücklich, ein blutdrucksenkendes Medikament einzunehmen. Mit dem Ergebnis, dass sie die idealen 120 zu 80 erreichte. Allerdings um den Preis von Schwindel, permanente Erschöpfung und sogar einer (einmaligen) kurzfristigen Ohnmacht. Gott sei Dank fiel die alte Dame dabei nur in ihr Bett zurück…

 

Sie hat das blutdrucksenkende Medikament daraufhin abgesetzt und wurde 90 Jahre alt.

 

Der physiologische Blutdruckanstieg alter Menschen ist ganz einfach in erhöhtem oxidativen Stress, einer nachlassenden Kraft des Herzens und zunehmend unflexiblen Arterien erklärbar. Das sind Faktoren, vor denen man sich nur sehr begrenzt schützen kann. Für eine lange Zeit - sicher. Aber ab dem ca. 80. Lebensjahr müsste man schon zum Rohköstler werden und täglich mindestens 3 Stunden laufen, um diesen Faktoren vorzubeugen.

 

Alles, was über diesen physiologischen Blutdruckanstieg hinausgeht, ist auf krankhafte Faktoren zurückzuführen: Übergewicht, Rauchen, Stress, Bewegungsmangel, Diabetes, falsche Ernährung, Verstopfung und veränderte Darmflora sind die wichtigsten Faktoren. Im Hintergrund mag noch eine gewisse Niereninsuffizienz mitwirken, eventuell auch als Folge einer Diabeteserkrankung oder eines metabolischen Syndroms. Auch hier sollte man nach ganzheitlicher „Denke“ so weit wie möglich die Ursachen ausschalten und bei entsprechendem Risiko den „Rest“ des Problems medikamentös behandeln.

 

Das ist zumindest meine Sichtweise des Problems. Außerdem zählt zu meiner Sichtweise, dass man einen „pathologisch“ bedingten Blutdruckanstieg auf etwa 140 sehr gut mit einigen Lebensstiländerungen sowie Ernährungsumstellung, pflanzlichen und naturheilkundlichen Präparaten in den Griff bekommen kann.

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