Um Gottes Willen!!! Antioxidantien FÖRDERN Krebserkrankungen?!

Da hört und lernt und liest man jahrelang, dass Antioxidantien vor Krebs schützen. Und dann das! Ein schwedisches Forscherteam findet heraus, dass Antioxidantien wie die Vitamine C und E sowie Betacarotin bei Mäusen, die bereits Krebs haben, zur verstärkten Bildung von Metastasen führen! Ein texanisches Forscherteam findet darüber hinaus noch heraus, dass Krebspatienten, die täglich Vitamintabletten einnahm, eine verkürzte Lebenserwartung hatten!

 

Hilfe! Müssen wir jetzt alle einmal erworbenen Erkenntnisse widerrufen?

 

Zunächst einmal: ich rieche die Freunde der Naturheilkunde und Nahrungsergänzung bereits eine Verschwörungstheorie wittern. „Studie von der Pharmaindustrie in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, Menschen von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln abzuhalten!“ Oder so ähnlich…

 

Aber wir wollen, was dies angeht, sachlich bleiben.

 

Zunächst einmal: wieso sollten Antioxidantien zwischen einer Krebszelle und einer gesunden Zelle unterscheiden können? Dieser von vornherein gebrachte Einwand ist natürlich berechtigt. Mein Einwand gegen diesen Einwand: wieso sollten drei oder vier Antioxidantien, die einfach nur Vitamine und Provitamine darstellen, in einer künstlichen Dosierung und völlig abgekoppelt sowohl von der Ernährung als auch vom individuellen Nährstoffbedarf der, äh, Mäuse, irgendeinen positiven Effekt auf die Gesundheit haben? Diese Fragestellung können wir stressfrei auf den Menschen erweitern. Und wie die Erfahrung lehrt, funktioniert das von Maus-zu-Mensch-Modell ja nun auch nicht immer...

 

Die größten Krebstheorien der Naturheilkunde gehen von ganz anderen Voraussetzungen aus

 

Ich kenne mehrere Theorien aus der Naturheilkunde, wie Krebs entstehen könnte. Alle diese Theorien gehen von einem Energieproblem auf Zellebene und nicht von einem Vitaminproblem aus. Dieses Energieproblem beruht entweder auf einer Überversorgung mit Zucker (Warburg) oder auf einer toxischen Belastung aufgrund zu großer Mengen Fremdeiweiß (Wendt) oder auf einem Missverhältnis zwischen Sauerstoff, Energie und Nährstoffen (Kremer, Cellsymbiosistherapie), oder schlicht ergreifend auf toxischen bzw. umweltmedizinischen Belastungen, bei denen der Körper nicht mehr zur vollständigen Ausscheidung in der Lage ist (Reckeweg, Homotoxikologie).

 

Aufgrund dieser Theorien können - wie bei allen anderen Krankheiten auch - sehr verschiedene Stoffwechsellagen letztendlich zu einer Krebserkrankung führen. Alle erwähnten Krebstheorien betonen die Wichtigkeit einer bestimmten Ernährungsform über die Zufuhr von Nahrungsergänzungen. Die Ernährungsempfehlungen mögen sich teilweise widersprechen, haben aber abhängig von der Stoffwechsellage des einzelnen individuell jede ihre Berechtigung.

 

Aufgrund dieser individuellen Unterschiede lässt sich je nach Körper-und Stoffwechseltyp auch bei Krebserkrankungen für jeden ein unterschiedlicher Nährstoffbedarf ausrechnen. Wird dieser Nährstoffbedarf nicht nur gedeckt, sondern erfüllt, kann individuell mit Sicherheit von einer positiven Wirkung auf die Gesundheit bzw. von einer krebshemmenden Wirkung ausgegangen werden.

 

Der Nährstoffbedarf wird stärker über die Verhältnisse der unterschiedlichen Nährstoffe zueinander als über die absolute Nährstoffmenge definiert

 

So benötigt der Eine beispielsweise mehr L-Arginin im Verhältnis zu L-Lysin, beim Anderen ist es genau umgekehrt. Der Eine benötigt mehr Zink, der Andere weniger. Genauso ist der Bedarf an sekundären Pflanzenstoffen, Enzymen, Spurenelementen et cetera von Fall zu Fall verschieden. Aber eines haben alle Stoffwechseltypen gemeinsam:

 

Wenn isolierte Nährstoffe als Antioxidantien in einer großen Konzentration gegeben werden, zerstören sie ein sinnvolles Nährstoffprofil. Anders ausgedrückt: nimmt jemand mindestens 3 g Vitamin C täglich zu sich, deckt bei sämtlichen anderen Nährstoffen jedoch nur den Tagesbedarf, ist das Nährstoffprofil drastisch verändert. Die Stoffwechselreaktionen, die sich daraus ergeben, können Krebs durchaus fördern anstatt hemmen.

 

Deswegen ist tatsächlich, wie die Studie andeutet, ausgewogene Ernährung einer ungezielten Nahrungsergänzung deutlich vorzuziehen. Allerdings sollte die ausgewogene Ernährung auf jeden Typ individuell abgestimmt sein!

 

Das gilt auch und erst recht bei Krebs.

 

Und natürlich müssen auch zusätzliche Nährstoffe aus Nahrungsergänzungen in das individuelle Nährstoffprofil des Patienten passen! Und natürlich geht es bei einer so schwerwiegenden und komplexen Erkrankung wie Krebs in erster Linie darum, überflüssigen "Schrott" (z.B. Junkfood, Alkohol, Zucker, Tabak) wegzulassen und nicht unbedingt darum, den Körper mit etwas "Gutem" zu überfrachten!


Das muss man verstehen, wenn man Krebs aus Sicht der Naturheilkunde verstehen will.

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