Von der Stirne heiß...rinnen muss der Schweiß!

Es gibt sicherlich angenehmere Vorstellungen als die von einem Schweißausbruch. In den Medien wird ja gerade jetzt in den Sommermonaten immer wieder einiges zu dem Thema gebracht, wie man Schweißausbrüche verhindert, weniger schwitzt oder der Schweiß zumindest weniger geruchsintensiv ist.

 

Allerdings musste ich die Augen reiben, als ich diese 08/15-Tipps ausgerechnet auf einer Heilpraktiker-und Naturheilkunde Seite vorgefunden habe. Sicher: es gibt eine „Krankheit“, die auf den Namen „Bromhidrosis“ hört: starkes Schwitzen, das auch noch äußerst geruchsintensiv ist. Sollte man solche Erscheinungen allerdings mit allen Mitteln unterdrücken?

 

Starkes schwitzen kann manchmal unangenehm werden - unterdrücken sollte man es allerdings nicht.

 

Sicherlich ist jeder einigermaßen klar denkende Mensch mit Maßnahmen wie luftiger Kleidung, Sandalen usw. einverstanden, wenn es um die Linderung von extremem Schwitzen und seinen Auswirkungen geht. Ausgerechnet auf einem Naturheilkunde-Fachportal den Hinweis auf Deodorant und lokale Desinfektion zu finden, hat mich sehr verwundert. Zumal es in den letzten ca. drei Jahren einige Veröffentlichungen zum Thema „Schwitzen und Entgiftung“ gab. Und die sind erstaunlich.

 

Bei entsprechend belasteten Personen kann es durchaus sein, dass über den Schweiß das Sechsfache an Toxinen ausgeschieden wird wie beispielsweise über den Urin. Aber auch wenn jemand nicht so stark vergiftet ist, sollte man alles tun - aber nicht die Schweißbildung unterdrücken.

 

Zunächst einmal gibt es zwei unterschiedliche Arten von Schweiß

 

Es gibt den Schweiß, der von den so genannten „ekkrinen“ Drüsen produziert wird: er dient der Temperaturregulation und ist meist geruchsarm. Dann gibt es noch die „apokrinen“ Schweißdrüsen, deren Ausscheidung immer irgendetwas mit Stress zu tun hat. Bei extremer Hitzebelastung oder harter körperlicher Betätigung, aber auch bei Panik treten diese Schweißdrüsen in Aktion. In ihnen integriert sind Duftdrüsen, der Geruch ist wesentlich unangenehmer.

 

Das kann so weit gehen, dass der Schweiß aus apokrinen Drüsen jedes Deodorant unwirksam macht. Ich habe das selbst bei intensivem Körpertraining bereits beobachtet. Im Umkehrschluss: bei Personen, bei denen dieser stark unangenehm Schweißgeruch bei gleichzeitigem starken schwitzen zu Regel wird und nicht die Ausnahme ist, muss ein ständiges Stressmoment im Körper vorliegen: ich denke da in erster Linie an Stress aus nicht regulärem Eiweißabbau (beispielsweise aufgrund von Fäulnis im Darm). Hier braucht man nichts zu unterdrücken und nichts mit Deodorant zu überdecken - hier muss man die Ursachen bekämpfen. Als erste-Hilfe-Maßnahme empfehle ich die Einnahme von fermentierten Nahrungsmitteln (z.B. Regulat), Enzymen und Probiotika.

 

Eine eher vegetarisch orientierte, vollwertige Ernährung verbessert mittelfristig sicherlich die Situation. Falls dies allerdings nicht der Fall sein sollte, lohnt sich ein Besuch beim Umweltmediziner! Er sollte die Ursachen des starken, geruchsintensiven Schwitzens erkennen und einen umfangreichen Entgiftungsprozess einleiten.

 

Wer hingegen - womöglich mehrmals täglich -  die Deodorant-Keule oder gar Desinfektion bemüht, ändert nichts Grundsätzliches an der Situation. Im Gegenteil kann diese sogar noch verschärft werden. Wir reden in der Naturheilkunde von einer so genannten "Rückvergiftung", bei der Toxine, die den Körper verlassen wollen, wieder in den Organismus zurückgeschoben werden.


Anders ausgedrückt: Schweiß zu unterdrücken ist im ganzheitlich-naturheilkundlichen Sinne ebenso eine "Sünde", wie beispielsweise einen akuten, aber harmlosen Infekt medikamentös zu unterdrücken!

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