Aus aktuellem Anlass: wie gesund bzw. ungesund sind Schulden?

Die Zeitungen, das Internet und das Fernsehen sind dieser Tage dominiert von einer Schlagzeile: die dramatische Situation in Griechenland. Was hat das mit Gesundheit zu tun, werden Sie sich jetzt Fragen.

 

Sehr viel.

 

Auch ohne ein Wirtschaftsstudium kann sich jeder halbwegs normal denkende Mensch an drei Fingern abzählen, dass überbordende Schulden für niemanden gesund sind - nicht für eine einzelne Privatperson, nicht für ein ganzes Land. Da dies hier kein Wirtschaftsblog sondern ein Gesundheitsblog ist, werde ich mich in meinen Überlegungen nicht auf ein Land beziehen, sondern auf eine einzelne Person und deren Gesundheit.

 

Hier trifft eine Gleichung zu: Schulden = Stress!

 

Schulden, also im wirtschaftlichen Sinne eine Verpflichtung, etwas termingerecht zurück zu bezahlen, üben einen Stressreiz aus. Jetzt sollte man meinen, dass ein Stressreiz eine objektive Komponente sei: er lässt sich zum Beispiel Zahlen festmachen: so muss jemand beispielsweise binnen zehn Jahren eine Summe von insgesamt 250.000 € zurückzahlen. Bedeutet: er muss pro Jahr 25.000 € aufbringen. Das ist eine objektive Zahl. Man könnte auch sagen, ein Stressreiz einer bestimmten Größe.

 

Aber wie bei anderen Faktoren des Lebens ist es eben auch wichtig, auf wen dieser „objektive“ Stressreiz trifft: ein Single mit einem Jahreseinkommen von 80.000 netto wird durch diese Schulden sicherlich nicht sonderlich beeindruckt sein. Ein Familienvater mit 40.000 netto und zwei Kindern wird ein massives Problem mit dieser Summe bekommen.

 

Ich finde, da unterscheiden sich Schulden nicht von jeder anderen Form von Stress.

 

Einige Menschen haben ein dickes Fell bzw. Bankkonto. Andere Personen haben ein dünnes Fell bzw. Bankkonto. Ein „Stressreiz“ vergleichbarer Größe wird sich also auf diese beiden Personen höchst unterschiedlich auswirken. Auf ihr Leben, auf ihr Wohlbefinden und langfristig auf ihre Gesundheit. Auch beim Thema Schulden zählt: Spielernaturen werden sicherlich weniger Probleme mit einer vergleichbaren Schuldenbelastung haben als vorsichtige und mit spitzem Stift kalkulierende Zeitgenossen.

 

Aber egal ob Spielernatur oder Rechner, egal ob dickes oder schmales Bankkonto: es gibt eine Grenze für jeden:

 

Und diese Grenze liegt jenseits allen vernünftigen Abwägens: sobald kein Ende der Schulden mehr absehbar ist und sobald der Nachteil durch die Schulden den (wie auch immer gearteten) Vorteil des Kaufs langfristig überwiegt, machen Schulden krank.

 

Falls Sie über einen geregeltes und gutes Einkommen verfügen sollten und vor allen Dingen langfristig planen können, können die Vorteile, ein Haus „auf Pump“ zu kaufen, die Nachteile des Schuldenmachens überwiegen. Bei einem kleinen Selbstständigen wie mir, der nicht langfristig planen kann und sich mit einem sehr wechselhaften Einkommen zufrieden geben muss, ist so ein langfristiges Projekt natürlich „eine Gefährdung der Gesundheit“. Und zwar eine ziemlich ernsthafte Gefährdung, auf die Dauer gesehen.

 

Ich bin kein Wirtschaftsexperte, aber im Sinne Ihrer Gesundheit habe ich zwei Empfehlungen in punkto Schuldenmachen:

 

Bei Konsumgütern: wenn Sie es sich nicht sofort leisten können (ohne Schulden zu machen), dann kaufen Sie es sich nicht.

 

Bei Immobilien und lohnenswerten Wertanlagen: errechnen Sie den Betrag, den Sie nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge auch langfristig ohne Stress halten können. Und dann nehmen Sie einen Kredit über maximal die Hälfte dieses Betrages auf. Das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten geht ja schließlich weiter…

 

Und niemand kann Ihnen garantieren, dass sie tatsächlich die ganze Zeit gesund bleiben!

 

 

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