Frauen, Männer und deren Gesundheit

Nicht ohne zu schmunzeln habe ich dieser Tage eine Studie gelesen, wonach Ehefrauen ihre Männer zu gesünderen Verhalten antreiben: weniger Alkohol trinken, besser essen, öfter den Arzt aufsuchen, sich regelmäßig impfen lassen und Vorsorgeuntersuchungen einhalten. Gut: ob die letzten drei Maßnahmen tatsächlich förderlich für die Gesundheit sind, darüber kann man streiten.

 

Worüber man allerdings nicht streiten kann, sind die Klischees, die hier wieder aufgerollt werden: ohne den mäßigenden Einfluss einer (Ehe-)Frau verwandeln sich Männer in Tiere: trinken regelmäßig zu viel Alkohol und ernähren sich von Fertigfutter. Rauchen zu viel und machen einen Bogen um jede Arztpraxis, „weil sie ja so hart sind“.

 

Frauen sind, was den Faktor Gesundheit angeht, sensibilisiert?

 

Frauen sind nicht immer, aber doch gelegentlich noch Mütter und natürlich dementsprechend besorgt um die Gesundheit Ihres Kindes. Wenn es um das Thema Gesundheit geht, sind Frauen deutlich mehr im Internet unterwegs als Männer. Das ist durchaus richtig, wenn man den Querschnitt der Bevölkerung nimmt.

 

Aber so ein „Querschnitt“ ist in aller Regel äußerst heterogen zusammengesetzt. Im Verhältnis zur Vorgeschichte nämlich ist das Geschlecht bestenfalls marginal entscheidend, wenn es um das Interesse bzw. die Sensibilität für Gesundheitsthemen geht. Ist der Mann schon früh an einer komplizierten Krankheit erkrankt, wird auch er dementsprechend sensibel für Themen wie Ernährung, Bewegung und alternative Medizin.

 

Vor allen Dingen in der Altersgruppe 40-65 geht die Initiative zu einem gesünderen Lebenswandel bzw. zu einer eventuellen alternativmedizinischen Behandlung vor allen Dingen bei höheren Gesellschaftsschichten durchaus genauso häufig vom Mann aus wie von der Frau. Meine Abonnenten und Leser beispielsweise sind mehrheitlich Männer!

 

Was sagt uns das?

 

Wenn ein Artikel pauschalisierend ausdrückt, dass Frauen einen „gesunden Einfluss“ auf Männer ausüben, so werden damit hinreichend alle Klischees bedient, die man im Kampf der Geschlechter überhaupt auffahren kann. Sieht man sich die Realität in den Arzt- und Heilpraktikerpraxen jedoch genauer an, so kommt man um die Feststellung nicht herum: das Geschlecht ist nichts - die Sensibilität für Gesundheitsthemen ist alles!

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