Fitness nach Gefühl - oder nach einer App?

Offensichtlich geht es nicht anders. Für jeden Alltagskram brauchen wir heute eine „App“. Ob das nun für das Wetter, für unsere Zeitplanung oder für was auch immer ist. Apps sind so etwas wie die virtuellen Knoten im Taschentuch.

 

Und jetzt, im Frühling, beginnt hier wieder mal die Zeit, in der sich viele Zeitgenossen die Traumfigur für den Sommer herbeiwünschen - und einige auch tatsächlich drangehen, sie zu realisieren. Und ob Sie es glauben oder nicht: auch dafür gibt es (mehr als eine) Apps. Bleibt die Frage - sind die sinnvoll?

 

Bericht im Stern: Fitness-Apps können überfordern und sogar zu Schäden führen

 

Es ist gerade ein paar Tage her, da fand ein Bericht den Weg in die online-Zeitschrift Stern, dass Fitness-Apps mehr Schaden als Nutzen bringen. Sie sind starr, unflexibel und können Anfänger schnell überfordern. Und da liegt das eigentliche Problem, den Tagesablauf inklusive der sportlichen Leistungen digital zu reglementieren: den Norm-Menschen, der all diese Übungen stressfrei absolvieren könnte, gibt es nämlich nicht. Und das ist besonders heimtückisch bei Fitness-Novizen, die vorher keinen Gedanken an Training verschwendet haben und denen nun solche Apps den Fitnesstrainer ersetzen sollen. Natürlich ist ein Mitgliedsbeitrag im Fitnessstudio teurer als eine Fitness-App, die man sich eben mal für drei Euro herunterlädt.

 

Doch gerade als Neuling ist es wichtig, dass man sich intensiver mit den Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Organismus auseinandersetzt. Ein Fitnesstrainer kann da wertvolle Hilfestellung leisten, so er denn richtig ausgebildet ist und die Notwendigkeit, das Training auf den Kunden Maß zu Schneidern, erkennt.

 

Anfänger, Fortgeschrittener oder Vollprofi? Gerade bei Anfängern sind die Unterschiede sehr groß! Der eine läuft ganz gut, schafft aber keine zehn Liegestütze. Der andere ist fit mit dem Oberkörper, aber schwach mit dem Unterkörper. Und das ist etwas, dass die ausgeklügelte Fitness-App nicht machen kann: auf die individuellen Schwächen und Stärken der Person, die diese App anwendet, einzugehen.

 

Mein Tipp daher: wenn Sie nicht das Geld für ein halbes Jahr Mitgliedschaft in einem guten Fitnessstudio ausgeben wollen, kaufen Sie sich lieber ein gutes Buch zum Thema Fitness für Anfänger und vor allen Dingen: probieren Sie die Übungen abgesichert und geschützt in ihren eigenen vier Wänden aus. Wie fühlt sich ein Liegestütz an? Wie fühlt sich eine Kniebeuge an? Gerade wenn Sie noch nicht wirklich trainiert haben, können fünf Liegestütze bereits drei zu viel sein! Genauso ist es mit dem Joggen! Die einen sagen, dass Laufen den Knien schadet. Die anderen behaupten das Gegenteil. Was ist wahr?

 

Es ist relativ simpel: ob Jogging eher schadet oder eher nutzt hängt von der Person ab, die es betreibt - selbst unter optimalen Umständen und wenn wirklich alles richtig gemacht wird, kann Joggen individuell eher kontraproduktiv für die Fitness sein!

 

Eines sollten Sie als Anfänger in jedem Fall vermeiden: sich beweisen zu wollen!

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