Sport auch für schwerkranke Personen?

Vor einigen Jahren machte in Insiderkreisen eine Studie die Runde, die belegte, dass auch Menschen in einem hohen Alter von Krafttraining profitieren können. Menschen über 80, die teilweise auf Gehhilfen angewiesen waren, unterwarfen sich einem Trainingsprogramm für einige Wochen. Ein guter Teil von ihnen konnte im weiteren Verlauf auf eine Gehhilfe verzichten.

 

Insofern ist es nichts Neues, dass auch Gehandicapte von Sport profitieren können.

 

Aber wie sieht es mit schwer kranken Personen aus?

 

Ja, auch Personen mit schweren Krankheiten sollen sich nach ihren Möglichkeiten sportlich betätigen. Die Studie, die vor zwei oder drei Wochen in der Welt und in anderen Zeitschriften veröffentlicht wurde, bezieht sich allerdings auf Herz-Kreislauf-Kranke, Diabetiker und massiv übergewichtige Menschen. Da kann man mit Fug und Recht sagen: das ist wirklich ein alter Hut. Diese Gedanken haben vorher schon viele andere Menschen (hauptsächlich alternativ denkende und orientierte Ärzte) ausgesprochen und sind dafür verlacht worden.

 

Bei chronisch-degenerativen Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten des hohen Alters, die ihrerseits auch zu den degenerativen Erkrankungen gehören, ist sportliche Betätigung Pflicht. Viele degenerativen Beschwerden und Beschwerden des Bewegungsapparates verbessern sich schlicht und ergreifend, wenn man regelmäßig läuft, Rad fährt oder Schwimmen geht. Wer dazu - so er kann - auch noch ein bis zweimal die Woche kurzes, aber intensives Kraft-oder Intervalltraining mit hinzunimmt, profitiert doppelt.

 

Aber dann gibt es ja auch noch andere Erkrankungen…

 

Die Rede ist von entzündlichen Erkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems. Hier sieht es leider nicht ganz so einfach aus. Vor allen Dingen intensives Training und Sport können für Personen mit einer entzündlichen Erkrankung zum Problem werden. Solche Menschen - mit Psoriasis, Neurodermitis, Asthma, Allergien, Hashimoto oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung - haben zusätzlich zu ihrer Erkrankung fast in jedem Fall eine mehr oder weniger ausgeprägte Erschöpfung der Nebennieren. Die wiederum steuern den Hormonhaushalt bei Stress. Nun wird durch intensives Training ein Stressreiz auf den Körper ausgeübt, der diesen wiederum zu einer Anpassung veranlassen soll. Es liegt in der Natur der Sache, dass dabei Stresshormone freigesetzt werden. Und darin liegt das Problem.

 

In die sowieso schon angeschlagene und erschöpften Nebenniere ist kaum in der Lage, die nötige Menge an Stresshormonen zu produzieren. Noch schlimmer: im Zweifelsfall erschöpft sie sogar noch mehr. Dies kann sich wiederum verstärkend auf die Entzündung auswirken. Eine Faustregel scheint es nicht zu geben. Ich konnte über die Jahre hinweg allerdings feststellen, dass eine Beobachtung des eigenen Körpers nach der sportlichen Bewegung Aufschluss darüber gibt, ob die sportliche Aktivität gut getan hat oder ob für eher kontraproduktiv war.

 

Sollten Sie sich nach dem Sport angenehm müde fühlen, recht schnell und tief einschlafen und am nächsten Morgen erholt aufwachen, dann hat sich das Training positiv auf Ihren Organismus ausgewirkt.

 

Sollten Sie allerdings nach der sportlichen Aktivität an einer bleiernen, lähmenden Erschöpfung leiden und sich schlecht fühlen, dennoch schlecht schlafen und am nächsten Morgen wie gerädert aufwachen (eventuell mit intensivem Schweiß in der Nacht), dann haben sie die Nebenniere noch stärker erschöpft.

 

Es gibt also einen „toten Punkt“, wenn es um das Thema Sport geht - bei entzündlichen und immunologischen Erkrankungen ist es besonders wichtig, diesen Punkt nicht zu überschreiten.

 

Bei degenerativen Erkrankungen und altersbedingten Stoffwechselkrankheiten sollte man sich allerdings konsequent an diesem Punkt herantasten. Durch die Anpassung des Organismus wird der Erholungsnerv „Parasympathikus“ gestärkt, was einen günstigen Einfluss auf degenerative (Stoffwechsel-)Erkrankungen hat!

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