Warum die Fastenzeit eigentlich viel zu früh beginnt...

In drei Wochen ist alles vorbei. Die Närrinnen und Narrhalesen ziehen sich in Ihre stillen Kämmerlein zurück bzw. hängen ihre Kostüme mottenfrei in die Garderobe. Mit dem Aschermittwoch beginnt ein christliches Ritual: die Fastenzeit.

 

Die Monate Februar und März sind „Fastenmonate“ - und das jedes Jahr!

 

Zumindest in unserer christlichen Tradition. Dass die christliche Tradition allerdings nicht in Mitteleuropa, sondern im vorderen Orient ihren Ursprung hat, wird dabei aus einem für die Gesundheit wichtigen Grund völlig vergessen.

 

Was ist dieser für die Gesundheit wichtige Grund?

 

Die Fastenzeit wird auch von nichtreligiösen Menschen gerne als etwas genutzt, um durch bewussten Verzicht auf bestimmte Dinge - bei über 95 % mit dem Essen verbunden - ihre Gesundheit zu verbessern und eventuell etwas überschüssigen Winterspeck abzubauen. Dabei gibt es viele unterschiedliche Wege, dies zu erreichen:

 

  • Einige naschen nicht bzw. verzichten auf Zucker
  • Andere verzichten auf Fleisch und ernähren sich vegetarisch
  • Dann gibt es wieder welche, die sich ganz unspezifisch „FDH“ verordnen und dieses über die Fastenzeit versuchen beizubehalten.
  • Und dann gibt es wiederum Personen - die allerdings in der Minderheit sind - die während der Fastenzeit eine spezielle (meist extreme) Diät wie zum Beispiel Rohkost ausprobieren möchten.

 

Während zum ersten Punkt absolut nichts Negatives zu sagen ist - fast jedem tut ein Verzicht auf Zucker gut - gibt es bereits beim zweiten Punkt leichte Einschränkungen. Die Punkte drei und vier sind auf jeden Fall mit äußerster Vorsicht zu genießen. Aber gehen wir einmal der Reihe nach vor.

 

Zum Zuckerverzicht

 

Zucker - vor allen Dingen wenn er isoliert bzw. „industriell aufbereitet“ ist – ist nicht gesund. Er wird für viele gesundheitliche Probleme verantwortlich gemacht: Diabetes, Übergewicht, metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Bluthochdruck, Zivilisationskrankheiten allgemein. Wer darauf verzichtet tut seinen Körper mit Sicherheit etwas Gutes - und zwar zu jeder Jahreszeit. Sinnvoller als ein strenges Ernährungsregiment während der Fastenzeit wäre allerdings, isolierten Zucker zu allen Jahreszeiten nur gelegentlich bzw. selten zu verzehren.

 

Zum Fleischverzicht

 

Ich bin nicht unbedingt dafür, dass jeder Vegetarier werden sollte. Den meisten von uns täte es aber gut, weniger Fleisch zu Essen. Allerdings - falls Sie dieses vor haben sollten - gibt es geeignetere Zeitpunkte, den Fleischkonsum zu reduzieren als die Fastenzeit. Die meisten Fleischsorten zählen - vor allen Dingen mit den Gewürzen, mit denen sie zubereitet werden  - zu den so genannten „innerlich wärmenden“ Speisen im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin. Üblicherweise ist es von Mitte Februar bis Ende März in Mitteleuropa noch kalt - im Gegensatz übrigens zum vorderen Orient, wo um diese Jahreszeit der Frühling beginnt: und zwar mit Macht. In Jordanien und Israel werden um diese Jahreszeit schon regelmäßig 20° und mehr gemessen. Unter diesen Bedingungen fällt es natürlich wesentlich leichter, zu Fasten. Selbst im traditionell katholischen Land Italien kann die Zeit bis Mitte März unter Umständen noch recht kalt sein - erst recht natürlich hier in Mitteleuropa. Für Zeiten, sich überwiegend bzw. ausschließlich vegetarisch zu ernähren, ist das Sommerhalbjahr insgesamt besser geeignet!

 

Aus diesem Grunde ist auch „FDH“ keine gute Idee…

 

„FDH“, oder ausgeschrieben: „Futter die Hälfte!“ ist eigentlich zu keiner Jahreszeit wirklich gut. Es gibt bessere Methoden, die Gesundheit zu verbessern und an Gewicht zu verlieren als diese älteste aller Diät-Methoden. In der kalten Jahreszeit benötigen wir nämlich noch etwas mehr Energie. Wenn diese nicht zur Verfügung steht, neigen wir zum Frieren (und zu äußerst kontraproduktiven Heißhungerattacken - für das Gehirn verdoppelt sich nämlich durch "futter die Hälfte" in der kalten Jahreszeit der Stress!)

 

Für Rohkost gilt dies erst recht

 

In den allermeisten Fällen ist eine reine Rohkost-Ernährung langfristig keine gute Idee. Kurzfristig hingegen kann sie Einigen helfen, den Körper zu entschlacken, mit Enzymen anzureichern und natürlich auch an Gewicht zu verlieren. Wie dem auch sei - auch für die kurzfristige Kur gibt es klimatisch bedingt bessere Jahreszeiten, damit zu beginnen. Empfehlenswert sind die Monate Mai und Juni, in der Naturheilkunde die Zeit, in der mit reichlich grüner Kost die Funktion der Leber unterstützt werden sollte. Abgesehen davon herrschen zu dieser Jahreszeit angenehme klimatische Verhältnisse und man neigt nicht so leicht zum Frieren!


Insgesamt also...


Verfügen wir nicht über die klimatischen Verhältnisse, die eine optimale Unterstützung für Einschränkungen in puncto Ernährung liefern - zumindest nicht gegen Ende des Winters. Im südlichen Mittelmeer und vorderen Orient ist dies sicherlich anders. Um mit einer Einschränkung bei der Ernährung körperlich optimal fertig zu werden, ist eine Tagestemperatur von 15 bis 20 Grad deutlich besser - die wir meist erst gegen Ende April erreichen!

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