Krebs: sind die meisten Krebserkrankungen "einfach nur pech"?

Die so genannte „alternative Krebsliteratur“ ist so unübersichtlich geworden, dass selbst ich die einzelnen Themen gar nicht mehr zusammen bekomme. In einem jedoch sind sich die meisten Krebsratgeber, die irgendwo aus dem Bereich der Naturheilkunde kommen, einig: „ändere deinen Lebensstil - lebe gesund, lasse keine Vergiftung deines Körpers zu!“

 

Und jetzt das: irgendwelche Wissenschaftler stellen irgendwelche Untersuchungen an und konstatieren: „Zwei Drittel aller Krebserkrankungen sind schlicht und ergreifend Pech!“

 

Bei einer solchen Meldung wird man von vornherein misstrauisch, wenn man aus dem Bereich der Naturheilkunde bzw. Alternativmedizin kommt. Das interessanteste in diesem Zusammenhang ist eigentlich, dass eine so genannte „wissenschaftliche“ Medizin, die uns Naturheilkundlern ja immer wieder gerne unterstellt, dass wir uns mit „realitätsfernem, esoterischen Kram“ abgeben, gerade bei solchen Geschichten immer wieder die Floskeln „Schicksal“ oder „Pech“ bemüht.

 

Da stellt sich bei mir die Frage: was ist denn der Verweis auf das böse Schicksal anderes als „realitätsfremde Esoterik“?

 

Ich glaube, dass die Naturheilkunde da doch etwas mehr Bezug zur Realität hat, wenn Sie eine gesunde Lebensweise und eine Entgiftung des Körpers bei Krebs fordert.

 

Aber auf dieses niedrige Niveau will ich mich aufgrund der Fragestellung, ob denn eine Krebserkrankung nun „Schicksal“ ist, gar nicht begeben

 

Vielmehr möchte ich auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam machen: wurde vor 800 Jahren behauptet, dass eine Erkrankung wie der „schwarze Tod“, also die Pest, schicksalhaft und Gottgegeben ist, lag das schlicht und ergreifend daran, dass man wissenschaftlich gesehen noch nicht so weit war, den Übertragungsweg der Erreger (Yersinia pestis) Ratte -> Floh -> Mensch zu erkennen.

 

Es ist ein Naturgesetz, dass sich alle Dinge grundsätzlich immer weiter entwickeln oder zumindest sich weiter entwickeln sollten. Niemals stehen bleiben lautet die Devise. Mein Spruch dazu: „Nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte“. Auch die wissenschaftliche Medizin bzw. „Schulmedizin“ entwickelt sich weiter. Der Fehler im System besteht darin, zu irgend einem gegebenen Zeitpunkt davon auszugehen, dass man das Wissen für sich gepachtet hat bzw. jetzt das ultimative Wissen „erreicht hat“.

 

Die heutige Annahme, dass zwei Drittel aller Krebserkrankungen schlicht und ergreifend nicht weiter seien als Schicksal oder Pech, beruht ganz einfach darauf, dass unsere Messinstrumente einfach noch nicht fein genug sind, die ungeheure Komplexität zwischen Mensch-Umwelt-Beziehungen, dem Stoffwechsel, Entgiftungsprozessen und Blockaden derselben zu erfassen. Wenn sich die Menschheit (hoffentlich) weiter entwickeln sollte, werden wir in 20 oder 30 Jahren sicherlich über die Hypothese, dass „zwei Drittel aller Krebserkrankungen nichts anderes als Pech“ sein sollen, ebenso herzlich lachen wie heute über die „Weisheit“, dass die Infektion mit der Pest eine Strafe Gottes gewesen sein soll.

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