Die naturheilkundliche Behandlung eines chronischen Erschöpfungssyndroms (Teil 1)

Sollten Sie sich mit bleierner Müdigkeit und starker Erschöpfung, die auf die üblichen Maßnahmen wie gesunde Ernährung und spazieren gehen nicht anspricht, in einer Arztpraxis begeben, ist (leider) die Chance immer noch recht groß, dass er bzw. sie Sie entweder in die psychosomatische Ecke stellt oder Ihnen aber schlicht und ergreifend Faulheit attestiert und Sie freundlich, aber bestimmt auffordert, doch in die Gänge zu kommen.

 

Dabei gibt es immer mehr Studien und wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „chronisches Erschöpfungssyndrom“ (englisch: CFS, für chronic fatigue syndrom), die nahe legen, dass Sie sich Ihre Probleme weder einbilden, noch dass diese von der Psyche kommen. Chronisches Erschöpfungssyndrom ist eine handfeste, körperliche Erkrankung!

 

Die Leitsymptome dieser Erkrankung:

 

Ein Chronisches Erschöpfungssyndrom zeichnet sich durch folgende Leitsymptome aus:

 

  • Die Beschwerden verschlechtern sich durch Stress und Anstrengung
  • Der Schlafmuster ist verändert
  • Durch Schlaf findet keine Erholung mehr statt
  • Blutzucker und Blutdruck sind häufig erniedrigt
  • Es besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen
  • Oft bestehen Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Das Konzentrationsvermögen und die Merkfähigkeit sind eingeschränkt
  • Oft sind Lymphknoten tastbar
  • Stimulanzien wie Koffein, Nikotin oder Alkohol verschlimmern den Zustand dramatisch
  • Oft kommt es zu Symptomen wie bei einem Infekt
  • Oft kommt es zu Veränderungen in Appetit und Essgewohnheiten

 

Viele dieser körperlichen Symptome schließen ein rein psychosomatisches Geschehen eigentlich von vornherein aus!

 

Natürlich spielt ein psychosomatisches Geschehen im Hintergrund oft mit eine Rolle. Als alleinige Ursache für Chronisches Erschöpfungssyndrom ist es allerdings in den meisten Fällen auszuschließen. Hier kommen andere Faktoren ins Spiel, die es bei einer Behandlung in der Naturheilpraxis unbedingt zu bedenken gilt. Aus meiner Sicht der wichtigste Faktor überhaupt:

 

Besteht eine Infektion mit Herpes, Cytomegalievirus, Epstein-Barr-Virus, HPV oder eine chronische (Spät-)Borreliose?

 

Wenn ich bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom die Vorgeschichte erfrage, kommt hier zu 80-90 % ein Kopfnicken.


Abgesehen von der Spätborreliose handelt es sich bei diesen Erkrankungen umso genannte „Slow-Virus-Infektionen“: Slow kommt aus dem englischen und bedeutet so viel wie langsam, was wiederum heißt, dass die Viren einen langen Aufenthalt im Körper haben, keine akuten Symptome machen, sondern irgendwo im Hintergrund vor sich hin schwelen und das Immunsystem unterminieren.

 

Mit diesem Wissen darf ein Heilpraktiker oder ein naturheilkundlicher Arzt nur nicht in die klassische Falle tappen, diese Viren „entgiften“ zu wollen bzw. den lymphatischen Apparat zum Beispiel mit homöopathischen Komplexmittel anzuregen.

 

Lymphe und Entgiftung anregen = massive Erstverschlimmerung!

 

Ich wäre so wagemutig, mit jedem Berufskollegen und jedem Arzt eine Wette einzugehen, dass man mit einer Anregung des lymphatischen Apparates bei einem chronisches Erschöpfungssyndrom besser nicht beginnen sollte - da ist die Erstverschlimmerung vorprogrammiert. Da Menschen mit einem chronischen Erschöpfungssyndrom mit einer schlechten Ausgangsverfassung in die Praxis kommen, werden Sie nach der ersten Behandlung mit Sicherheit die Flucht ergreifen. Nein, das machen wir nicht! Stattdessen…

 

Stärken wir in einem ersten Behandlungsschritt das autonome Nervensystem!

 

Chronisches Erschöpfungssyndrom geht mit einer teilweisen bzw. vollständigen Sympathikus-Erschöpfung einher. Daher sollte man zu Beginn den Sympathikus so gut es eben noch geht mobilisieren. Das erreichen wir, indem wir:

 

Die Ernährung umstellen: hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß. Hochwertige Fette, die den Darm stärken (mittelkettige Fettsäuren) und entzündungshemmend wirken (Omega-3-Fettsäuren), stärkearme Kohlenhydrate mit hochwertigem Nährstoffprofil und vielen Spurenelementen - Gemüse, Sprossen und Blattsalate, wenig stärkereiche Kohlenhydrate (eventuell glutenfrei), Zuckerreduktion, wenig Obst, wenig Fructose (unter 15 g pro Tag) und natürlich keinerlei Stimulanzien wie Alkohol, Nikotin oder Koffein!

 

Mit homöopathischen Einzel-und Komplexmitteln oder mit Phytotherapeutika das hormonell-vegetative System stützen, zum Beispiel: Berberis, Glandula suprarenalis suis, Hypophysis suis, Acidum a-Ketoglutaricum, Bellis perennis, Eleutherococcus senticosus, Panax ginseng usw. Natürlich wird die Arznei anhand der Symptome ausgewählt!

 

Gezielte Nahrungsergänzung: hier sollte man sich auskennen und nicht mit der großen Keule zuschlagen. Ein kleines Beispiel hierzu: reines Vitamin C (Ascorbinsäure) ist zur Nahrungsergänzung bei chronischem Erschöpfungssyndrom eher ungünstig, es sollte ein Salz des Vitamin C (z.B. Kalziumascorbat) gewählt werden. Ich empfehle eine Kombination aus Aminosäuren und B-Vitaminen, die auch dazu angetan ist, die Schlaftiefe zu verbessern (Melatonin- bzw. GABA-Stoffwechsel).


Bei etwa 80% aller Patienten stellt sich mit diesen Maßnahmen nach etwa 4-6 Wochen eine Verbesserung ein.


(Wird im nächsten Beitrag fortgesetzt!)

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Kommentare: 1
  • #1

    Waltraut Symanek (Sonntag, 27 Mai 2018 16:57)

    chronisches Erschöpfungssyndrom
    Guten Tag, ich, der Ehemann, schreibt auf.
    Seit za. 15 Monate leidet meine Frau unter den genannten Syntrom. Kein med. Arzt kann ihr helfen. Meine Frau ist 84 Jahre alt. Wenn sie morgena vom Bett aufteht frägt sie mich, kann ich noch ein bischen liegen bleiben.
    Wir brauchen Hilfe, wer kann helfen??
    m-symanek@t-online.de bitte antworten Sie mir.