Das homöopathische Arzneimittelporträt: Acidum succinicum (Bernsteinsäure)

Acidum succinicum ist ein Katalysator des Zitronensäurezyklus. Es ist also ein Element, das im Zellstoffwechsel vorkommt. Seine Bedeutung wurde von Dr. Hans-Heinrich Reckeweg elaboriert. Acidum succinicum ist nicht gerade eben eine Substanz, die häufig homöopathisch verordnet wird. Ich arbeite in bestimmten Situationen ganz gern mit ihr, da ihre Wirkung zwar eingeschränkter ist, aber wesentlich tiefer geht wie zum Beispiel die bestimmter Phosphorsalze oder auch Gelsemium.

 

Leitsymptom: Störungen des roten Blutbildes

 

Das Leitsymptom der Bernsteinsäure schlechthin ist Anämie, eventuell kombiniert mit sonstigen Störungen des roten Blutbildes. Die Blutarmut deutet dabei auf ein weiteres, grundsätzliches Problem hin, dass sich bei Bernstein Säure im Verdauungstrakt abspielt: Enzymmangel. Patienten, die Acidum succinicum benötigen, haben meist zu wenig, in manchen Fällen überhaupt keine Magensäure (Achylia gastrica). Daher wird bei Ihnen auch nicht der intrinsic-Faktor gebildet, der wichtig ist zur Aufnahme von Vitamin B 12. da Vitamin B 12-Mangel zu großzelliger (makrozytärer) Anämie führt, eine logische Konsequenz.

 

Die gesamte Verdauungsfunktion ist beeinträchtigt

 

Obwohl es nicht ausgesprochen im Arzneimittelbild steht, kann Acidum succinicum regenerieren auf das gesamte Enzymsystem wirken, dass direkt oder indirekt mit dem Verdauungstrakt es in Verbindung steht. Zum großen Teil wird die Verdauung durch Stress (jeglicher Form) beeinträchtigt. Personen, die Bernsteinsäure benötigen, sind also meist Stresssensibel. Der Patient wirkt geschwächt, geistig beeinträchtigt, ist meist blass und macht einen erschöpften Eindruck. Dazu gesellen sich Gedächtnis- und Lernschwäche, die man beispielsweise auch bei einigen Phosphorsalzen und bei Gelsemium findet. Die geistige Schwäche und mangelnde Widerstandsfähigkeit gegen Stress von außen zieht sich durch das gesamte Mittel, ohne dass dabei (im Unterschied zu Gelsemium!) ausgesprochene Angst besteht. Auch fehlen die klassischen Nervensymptome wie Zittern oder Schwindel.

 

Lymphatiker und Sympathikotoniker profitieren von den Mittel

 

Acidum succinicum wird erfolgreich angewendet bei den Folgen von Antibiotikabehandlungen auf die Atemwege. Dabei bestehen nicht nur chronisch-rezidivierende Infekte, sondern auch Blutungen (besonders Nasenbluten).Auch bei Affektionen der Bronchien, besonders wenn diese chronisch werden, nach Antibiotikabehandlung, ist das Mittel induziert. Der Stresssensible, gereizte bis erschöpfte Sympathikotoniker hat sowohl eine Verdauungs- als auch eine Immunschwäche. Besonders beeinträchtigt sind allgemein Schleimhäute und Organe des lymphatischen Apparates (bei Erschöpfung nach chronischen Erkrankungen gute Kombination mit China möglich). Die Aufregungen schlagen dabei auf den Magen-Darm-Trakt, als Folge von Aufregung kann Durchfall ausgelöst werden. Daher hat sich das Mittel auch bei entsprechender Indikation gut bei Reizdarm bewährt. Der Patient ist ruhelos, matt, schwach und erschöpft, neigt eventuell zu depressiver Verstimmung, die Angst spielt aber nur eine untergeordnete Rolle!

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