Behandlung von Depressionen – die Katze beißt sich in den Schwanz…

Eine richtige Depression ist für einen Therapeuten wieder berühmt-berüchtigte sechste Grad für einen Bergsteiger: schwieriger geht‘s kaum. Gerade in der letzten Zeit sind auf diversen Gesundheits-Portalen (wieder einmal?) Berichte darüber erschienen, dass mehr Bewegung und Sport positive Effekte bei der Behandlung von Depressionen haben.

 

Die Empfehlung von mehr Bewegung und Sport in Ehren - aber solche Empfehlungen wirken vor dem Hintergrund einer echten Depression gelegentlich lächerlich…

 

Sicher: über 90 % von uns würden mehr Bewegung und mehr sportliche Aktivitäten gut tun. Und das Bewegung und Sport einen positiven Effekt auf eine Depression haben können, steht außer Frage. Aber: welcher Depressive - und ich meine wirklich ernsthaft Depressive - kann sich denn zu Sport motivieren?

 

Eine echte Depression ist mit ihren Auswirkungen unserer alltäglichen Welt von Gefühlen, Stimmungen und Launen sowas von diametral entgegengesetzt, dass nur der, der tatsächlich schon einmal eine Depression gehabt hat, sie auch nur annähernd begreifen kann. Um noch einmal ganz sicherzustellen. Eine Person mit einer echten Depression:

 

  • Nimmt kaum noch emotional am Leben teil.
  • Ist nicht traurig oder weinerlich, sondern isoliert sich immer mehr vom Leben.
  • Ist Empfehlungen, Aufmunterung und Trost nicht zugänglich.

 

Versuchen Sie doch einmal, eine solche Person zu Sport zu motivieren!

 

Wenn ein depressiver Patient überhaupt noch irgendwie zugänglich ist, empfiehlt sich eher folgendes Vorgehen…

 

Mithilfe einer vertrauten Begleitperson - falls dies notwendig ist - werden die organische sowie die psychologische Vorgeschichte erfasst. In der Verfassung einer echten Depression ist ein Patient psychologischen bzw. psychotherapeutischen Ansätzen kaum zugänglich. Wohl aber organischen. Denken wir zum Beispiel mal an die Leber! Wie ist nicht nur wichtig für die Entgiftung des Körpers, sondern auch für die Hormonsynthese. Was schließen wir daraus? Wenn ihr Stoffwechsel mit Entgiftung überfordert ist, kommt die Hormonsynthese zu kurz. Oder denken wir zum Beispiel an den Darm. Stagnation (mangelnde Darmperistaltik), Fäulnisprozesse im Dickdarm und hartnäckige Verstopfung sind bei depressiven Menschen wesentlich häufiger als bei nicht depressiven. Sogar irgendeine Art von Darmerkrankung - auch eine entzündliche - hat zur Folge, dass Patienten häufiger depressiv werden.

 

Im "Sündenregister" der Vergangenheit - und zwar überwiegend im organischen - lohnt es sich auf jeden Fall zu fahnden. Wird die organische Komponente verbessert, können über eine Stimmungsaufhellung psychologische Probleme besser angegangen werden!

 

Auch die Motivation für Sport und Bewegung sind dann besser! Plus: Sport regt ebenfalls die Leberentgiftung an. Was der Hauptgrund dafür sein dürfte, warum die Depression sich bessert. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0