Gewicht verlieren und abnehmen: warum „weniger Kohlenhydrate“ besser funktioniert als „weniger Fett“ (Teil 2)

Um bzw. nach der Jahrtausendwende etablierte sich dann zunächst jenseits des Atlantiks, mittlerweile zunehmend auch hier die Erkenntnis, dass eine Diät, die wenig Eiweiß und Fett, aber viele Kohlenhydrate enthält, nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Auch wenn sich das Konzept in konservativen Kreisen noch nicht durchgesetzt hat - nicht nur in der Naturheilkunde findet die Idee, weniger auf Kohlenhydrate zu setzen, Anklang.

 

Wie fühlt sich eine Ernährung an, die sehr wenig Fett enthält?

 

Das hängt ein wenig vom Stoffwechseltyp ab. Fest aber steht, dass eine sehr fettarme Diät vom Hunger-und Sättigungsgefühl her ziemlich unbefriedigend ist. Das ist zumindest meine Erfahrung. Und da ich ein „Sympathikus“-Typ bin, der zu den Kohlenhydrattypen zählt, lässt sich dieses Gefühl sicherlich auf einem Großteil der Bevölkerung übertragen. Für einen Eiweißtypen ist eine Ernährung, die sehr wenig Fett enthält, nämlich eher noch unbefriedigender.

 

Man hat durchaus auch schnell wieder Appetit. Und dies oft auf Dinge, die der schlanken Linie nicht besonders gut tun. Aber selbst wenn man sich im Zaum hält und gesunde Zwischenmahlzeiten verzehrt, kommt das Problem auf, dass der Organismus nicht wirklich aufnahmebereit ist. Der Dünndarm braucht nämlich nach einer Mahlzeit etwa 5-6 Stunden, um sich vollständig zu entleeren und sich wieder zu regenerieren. Weswegen ich in der Praxis dazu übergegangen bin, viele kleine Mahlzeiten nur noch nach Entfernung der Gallenblase oder bei ganz besonderen Stoffwechselkrankheiten zu empfehlen.

 

Wie fühlt sich eine Diät an, die sehr wenige Kohlenhydrate enthält?

 

Wenn man den Verzehr von Kohlenhydraten als „Füllstoff“ gewohnt ist, ist es zunächst etwas merkwürdig und irritierend: man hat nicht das Gefühl, wirklich satt zu sein. Dieses täuscht aber, da man bei entsprechender ausreichender Fettzufuhr durchaus mehrere Stunden kein Hungergefühl bekommt. Bei dem folgenden Rezept hatte ich nicht den Eindruck, dass vor vier oder 5 Stunden nach der Mahlzeit Hungergefühl aufkommt, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, vollgegessen gewesen zu sein:

 

120 g Seelachsfilet, 100 g Brokkoli, je 100 g Aubergine und Zucchini, 150 g Gemüsezwiebel, 200 ml Kokosmilch, 100 g Tamarindenmus, einen Teelöffel Kurkuma, eine Prise Salz. Wie gesagt, es ist für manchen sicherlich gewöhnungsbedürftig, nach dem Essen nicht dieses „Völlegefühl“ zu haben. Aber: das Sättigungsgefühl hält länger an als nach einer fettarmen Mahlzeit! Mit Sicherheit der wesentliche Grund dafür, warum es sich mit einer kohlenhydratarmen Kost besser abnehmen lässt!

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