Ein neuer Baustein zur Erklärung von Milchallergie

Was die meisten Menschen für eine Milchallergie halten, ist in Wirklichkeit eine Laktoseintoleranz. Laktoseintoleranz bedeutet nichts anderes, als dass bestimmte Enzyme fehlen, den Milchzucker richtig aufzuspalten und zu verdauen. Das führt zu Blähungen und Durchfall. Die Schätzungen über die Anzahl der Betroffenen sind höchst unterschiedlich und erreichen zwischen zehn und 40 % aller Erwachsenen in Mittel-und Westeuropa.

 

Eine echte Milcheiweißallergie macht Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts: Neurodermitis und Psoriasis können verstärkt werden, Schleimhautschwellungen auch im Bereich von Mund, Nase und Rachen können auftreten, in Einzelfällen kann es sogar zu Atemnot und Blutdruckabfall kommen. Eine neue Studie zeigt, dass die Milchallergie im Zusammenhang mit einem bestimmten Milcheiweiß steht, dem Beta-Laktoglobulin. Aber nicht nur das!

 

Zusammenhang zwischen Allergien und Eisengehalt der Milch?

 

Dieses Beta-Laktoglobulin hat eine besondere Eigenschaft, nämlich die, dass es Eisenatome an sich bindet. Interessanterweise wurde jetzt herausgefunden, dass Antikörper der Antikörperklasse „Immunglobulin E“ gegen die Beta-Laktoglobuline gebildet werden, die an den Bindungsstellen für Eisen frei sind.

 

Oder etwas leichter verständlich formuliert: Milchallergie verstärkt sich bei der Abwesenheit von Eisen!

 

Sagt uns das etwas über die Qualität der Milch?

 

An diesem Punkt kann man wirklich ins Grübeln kommen.           Ich selbst bin ja eher der Auffassung, dass man das Nährstoffprofil der Milch aus verschiedenen Gründen gerade bei Erwachsenen durch andere Nahrungsmittel ersetzen kann und sollte. Ob das natürlich immer mit einer Allergie zu tun hat, ist dahingestellt. Sicher ist in jedem Fall eins: der Eisenanteil in der Milch sollte bei artgerechter Haltung der Kühe - nämlich auf einer Weide! - In jedem Fall erhöht sein, da Gras mit Sicherheit mehr für die Kühe resorbierbares Eisen enthält als die gesammelten Kraftfuttermischungen, mit denen Kühe in konventioneller Haltung gemästet werden.

 

Den Eisengehalt der Milch von Kühen aus artgerechter Haltung und aus konventioneller Haltung gegenüberzustellen, wäre auf jeden Fall einmal eine lohnende Studie. Vielleicht nicht unbedingt im Sinne von finanziell lohnend, aber ganz sicherlich lohnend im Sinne der Gesundheit der Verbraucher!

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