„Masernviren stoppen Krebs“ – wirklich eine „medizinische Sensation“?

Aktuelle geistert eine Meldung durch die Presse, die aufhorchen lässt - aber nur auf den ersten Blick. In den USA wurde eine Frau, die von einem Krebs im Endstadium mit zahlreichen Metastasen befallen war, durch eine hochdosierte Injektion mit Masernviren geheilt. Ist das allerdings tatsächlich eine medizinische Sensation?

 

Auf den ersten Blick mag so scheinen. In Insider-Kreisen der Naturheilkunde lockt eine solche Meldung allerdings keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Der Grund: die Medizin hat dieses Verfahren keineswegs „entdeckt“, sondern es ist - wenn auch nicht in dieser extremen Form - aus den Anfängen der Naturheilkunde und der so genannten Humoralpathologie schon seit zig Jahrhunderten bekannt. Schließlich war es Paracelsus, auf den der Spruch: „gebt mir ein Fieber, und ich heile jede Krankheit!“ zurück ging. Das Verfahren der Hyperthermie (künstliches Fieber) wird schon seit geraumer Zeit in der alternativen Medizin bzw. Naturheilkunde bei Krebserkrankungen eingesetzt. Nichts anderes geschieht, wenn der Körper mit potenten Erregern einer Virusinfektion quasi „geflutet“ wird: der Körper muss sich dieser Attacke notgedrungen erwehren und steigert Körpertemperatur und Ausscheidungsfunktionen (der Meldung nach hat die Frau an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gelitten) dramatisch. Die ebenso dramatisch gesteigerte Funktion von körpereigene Abwehr und Entgiftung bekämpft zugleich auch den Krebs. Das ist nun weiß Gott nichts Neues!

 

Umgekehrt kann ich eine Erfahrung aus meiner Praxis bestätigen: ich frage in meiner Anamnese grundsätzlich immer nach Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten und sonstigen Infektionskrankheiten nach. Mir ist bisher kein Krebspatient untergekommen, der nicht für wenigstens ein Jahrzehnt diesbezüglich eine so genannte „leere Anamnese“ gehabt hätte. Im Klartext: vor der Krebserkrankung haben die meisten Krebspatienten sehr lange nichts. Nicht einmal einen Schnupfen.

 

Was lernen wir daraus? So unangenehm ein Schnupfen oder eine Erkältung ist - oder irgendeine andere Infektionskrankheit: bekämpfen Sie sie nicht! Lassen Sie die Krankheit „gewähren“, nehmen sie keine Fiebersenker oder schmerzhemmende Mittel ein - das ist zwar für den Moment ganz angenehm, aber in der langfristigen Konsequenz eher gegen den Körper und seine Gesundheit gerichtet. Denken Sie immer daran: mit einer akuten Infektion will ihr Körper Ihnen einfach sagen: schalten Sie mal einen Gang runter!

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