Intermittierendes Fasten - besser das Frühstück oder das Abendessen ausfallen lassen?

Mit einigem an eigener Erfahrung halte ich intermittierendes Fasten für eine sehr gute Methode, um langsam ein paar Kilo abzunehmen, um den Verdauungstrakt zu entlasten, um den Stoffwechsel und die Entgiftung anzuregen. Worum geht es beim intermittierenden Fasten?

 

Es geht darum, dass zwischen zwei Mahlzeiten - der letzten des Vortages und der ersten des folgenden Tages - mindestens 14-16 Stunden Zeit verstreichen sollten. Dadurch wird dem Darm eine Erholungsphase gegönnt und die Aufnahme von Nährstoffen besser koordiniert. Dieses Kurzfasten wirkt sich auch positiv auf den Stoffwechsel aus und kann - im Zusammenspiel mit Bewegung - auch die Entgiftungsfähigkeit des Körpers steigern. Meiner Erfahrung nach empfiehlt es sich, in einer Phase mit intermittierendem Fasten an fünf Tagen in der Woche das Kurzfasten einzuhalten und an zwei Tagen in der Woche normal zu essen. Aber auch da gibt es keine Regeln. Wenn man eine Tendenz dazu hat, zuzunehmen, helfen schon zwei bis drei Tage in der Woche mit Kurzfasten, das Gewicht zu halten.

 

Bleibt die Frage: welche Mahlzeit sollte man ausfallen lassen? Ich habe zwar für mich selber die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, das Abendessen ausfallen zu lassen, aber es ist nicht für jeden optimal - auch wenn die Gewohnheit und der Volksmund etwas anderes sagen („Frühstücke wie ein König, iss zu Mittag wie ein Edelmann, iss zu Abend wie ein Bettler“).

 

Im Normalfall hängt es schlicht und ergreifend vom Gefühl ab. Wenn Sie das Gefühl haben, auf ein Frühstück komplett verzichten zu können ohne große Abstriche in der Leistungsfähigkeit, dann lassen Sie das Frühstück ausfallen. Aber Vorsicht: zum „ausfallen lassen“ gehört auch, dass sie auch auf Kaffee und allgemein Stimulanzien verzichten! Sie trinken dann bis zum Mittag tatsächlich nur Wasser (oder eventuell auch Kräutertee)!

 

Ich verzichte eher auf das Abendessen und trinke stattdessen eine große Tasse Kräuter-oder grünen Tee. Für mich hat sich das besser bewährt.

 

Will man wissenschaftlich an die Frage herangehen, stellt sich die Frage nach dem Stoffwechseltyp. Wird ihr Körperstoffwechsel sehr stark vom autonomen Nervensystem bestimmt, zum Beispiel, wenn Sie sensibel auf Stress reagieren, ist es in den meisten Fällen besser, dass Abendessen ausfallen zu lassen. Wird Ihr Stoffwechsel in erster Linie vom Energiestoffwechsel der Zelle dominiert - klassisches Zeichen hierfür ist, dass sie sehr sensibel auf Kohlenhydrate reagieren, also zum Beispiel nach etwas Süßem sehr gereizt und aufgedreht sind bzw. Juckreiz oder andere körperliche Symptome bekommen - dann ist es für Sie in den meisten Fällen besser, das Frühstück ausfallen zu lassen.

 

Eine feste Regel ist das freilich nicht - aber meiner Erfahrung immerhin eine mit 80% Übereinstimmung.

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Kommentare: 2
  • #1

    heinz (Freitag, 19 Dezember 2014 12:30)

    1964, ich war 34 Jahre alt, habe ich mit dem sogenannten Morgenfasten (dr. Dewey) begonnen und nie damit aufgehoert. Ab und zu, ein oder zweimal in der Woche, lasse ich das Abendessen aus, das wegen der laengeren Fastenzeit wohl wirkungsvoller ist. Aber das Fruehstueck zu ueberspringen faellt leichter.

  • #2

    Andreas Ulmicher (Freitag, 19 Dezember 2014 12:58)

    Das Schöne und Wunderbare an uns ist, dass wir alle so unterschiedlich sind.

    In diesem Sinne ein frohes und gesundes Fest und einen guten Beschluss!