Richtig gelesen? Eine Trans-Fettsäure schützt vor Diabetes?

Wenn man in den letzten Tagen und Wochen etwas intensiver in der Gesundheit-Presse herumstöbert, wird einen eventuell die Meldung erstaunen (die englische Fachpresse ist hier wieder einmal weiter als die deutsche…), dass es gesunde Trans-Fettsäuren gibt! Gesunde Trans-Fettsäuren? Nicht, dass wir hier noch etwas verwechseln!

 

Die Trans-Palmitoleinsäure gehört zu den Omega-7-Fettsäuren (bzw., wie der Name schon sagt, zur Trans-Konfiguration davon) und hat - man lese und staune - positive Effekte auf den Blutdruck, die Blutfettwerte und den Blutzuckerspiegel. Netterweise schützt Ihr reichlicher Verzehr sogar bis zu einem gewissen Grade vor Diabetes. Ob das 50 % niedrigere Risiko, an Diabetes zu erkranken bei reichlichem Verzehr dieser Fettsäure übertrieben ist oder nicht, lässt sich anhand einer einzelnen, recht klein gehaltenen Studie relativ schwer abschätzen. Aber wenn Sie jetzt denken: Ach, dann kann ich ja doch wieder zur Margarine greifen! Nein - diese Fettsäure ist nicht in Margarine enthalten, sondern in natürlichen bzw. möglichst naturnahen Milchprodukten, insbesondere Butter.

 

Rohmilch-bzw. Vorzugsmilchprodukte werden als die beste Quelle für diese Fettsäure angesehen. Aber mit Rohmilch ist das ja so eine Sache. Wir bewegen uns auf einem schmalen Drahtseil zwischen Natürlichkeit (und damit bessere Verwertbarkeit für den Körper) und möglicher bakterieller Belastung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von der allgemeinen Rohmilch-Euphorie mancher naturheilkundlicher Therapeuten halten soll. Wir sind - Ausnahmen sind Butter und Sahne - allgemein eher zurückhaltend mit Milchprodukten insgesamt, und ich denke, dass eine sehr gute biologische Butter immer noch ausreichend Trans-Palmitoleinsäure liefert.

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