Die biochemische Seite von Rückenbeschwerden

Meines Wissens stellt nur noch eine Firma im deutschsprachigen Raum Cantharidenpflaster her. Bei den Ärzten bzw. Heilpraktikern, die dieses etwas merkwürdige Relikt aus der humoralen Therapie heute noch anbieten, müssen Sie zunächst eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass Sie in die Körperverletzung einwilligen.

 

Bei einem Orthopäden sind Rückenschmerzen in aller Regel die Folge von Bandscheibenvorfällen. Wenn kein solcher nachgewiesen werden kann, dann sind es eben Verspannungen, gegen die Krankengymnastik oder therapeutisches Training verordnet wird. Wenn Sie damit zu einem Heilpraktiker oder Naturheilarzt gehen, dann sind es Fehlstellungen im Becken oder in der Wirbelsäule. Gehen Sie mit Rückenbeschwerden zu einem Osteopathen, dann ist es die veränderte Eigendynamik innerer Organe oder, wie es so schön heißt, „verklebte Faszien“. Dann wird am Bauchraum, am Becken oder manchmal auch im Brustraum gearbeitet, um die Wirbelsäulenbeschwerden zu lindern.

 

Alle diese Sichtweisen und Behandlungsmethoden haben ihre Berechtigung. Manchmal hat auch eine Operation ihre Berechtigung, gerade wenn es sich um Bandscheibenvorfälle im Halswirbelbereich dreht. Im Brust- und Lendenwirbelbereich dann, wenn der Vorfall direkt Beschwerden auslöst. Bereitet er in diesem Bereich keine Symptome, kann wahrscheinlich auf eine OP verzichtet werden. Bandscheibenvorfälle im HWS-Bereich hingegen sind sehr heikel, ich würde sie wissentlich selbst niemals manuell therapieren.

 

Was meiner Beobachtung nach relativ wenig beachtet wird, ist der Faktor „biochemischer Schmerzreiz“. Chronischer Schmerz setzt die Reizschwelle der sensiblen Nervenfasern herab. Das ist ein ziemlich komplexes Problem, zusammengesetzt aus einem veränderten Mineralstoffhaushalt in der die Wirbelsäule umgebenden Muskulatur und einem mit dem Schmerz und der Verspannung zunehmenden „Milchsäureproblem“. Mehr Schmerz führt zu mehr Verspannung, der wiederum zu mehr Schmerz führt.

 

Vor anderthalb oder zwei Jahren wurde in dem Heilbad, in dem ich auch meine Praxis habe, eine Kältekammer gebaut und eingeführt. Die extreme Kälte (-110 °C) setzt einen biochemischen Reiz, der hilft, diese erhöhte Schmerzempfindlichkeit langsam abzubauen. Das wirkt jedoch erstens langsam und zweitens nicht immer. Mit einer allgemeinen, umfassenden Lenkung des Säure-Base-Haushalts des Bindegewebes und der Muskulatur kann man den Effekt allerdings erheblich verstärken. Weswegen sich beispielsweise eine Therapie mit rechtsdrehender Milchsäure, Lymphanregenden Mitteln und biochemischen Mitteln nach Schüssler (vor allem die Nummer 7, Magnesium phosphoricum) sehr gut mit einer Therapie in der Kältekammer ergänzt. Auch durch Therapie mit dem Spurenelement Lithium stellen sich oft positive Effekte ein.

 

Für Fragen zur biochemischen Schmerzlinderung können Sie mir eine Mail schreiben:

 

andreas@praxis-ulmicher-freitag.de

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