Warum erkrankten Menschen schon in der Antike an Krebs?

Krebs wird auch von der konservativen Medizin weitgehend als moderne, zivilisationsbedingte Krankheit eingestuft. Dann ist es umso erstaunlicher, wenn man, wie in diesem Fall hier, Leichen aus längst vergangenen Tagen exhumiert, die an Krebs erkrankt sind. Hier geht es um einen 3200 Jahre alten Mann aus Nordafrika, der an Krebs erkrankt war und mehrere Metastasen hatte. Wenn wir Krebs als Zivilisationskrankheit einordnen, stellt sich die Frage, warum es offensichtlich schon vor 3200 Jahren vorgekommen ist.

 

Zunächst einmal müssen wir von völlig anderen Voraussetzungen ausgehen. Der Einzelfall eines 3200 Jahre alten Mannes mit einer Krebserkrankung sagt nämlich überhaupt nichts darüber aus, inwieweit größere oder sogar große Teile der Bevölkerung aus der Region und dem Zeitalter (Bronzezeit) von Krebs betroffen waren. Ich bin der Meinung: Einzelfälle hatte sicherlich immer schon gegeben, und diese mögen soweit zurückreichen wie die gesamte Geschichte der Menschheit. Dieser Umstand ändert auch nichts daran, dass Krebs typischerweise eine Erkrankung der Moderne ist. Wenn heute jeder dritte bis jeder zweite irgendwann im Laufe seines Lebens einmal an Krebs erkrankt, ist das sicher etwas völlig anderes, als wenn einer von 1000 diese Krankheit erleidet.

 

Mal davon abgesehen gibt es auch für die alten Zeiten logische und schlüssige Erklärungen, warum eine Person an Krebs erkranken konnte. Da ist zunächst einmal die Tatsache, dass um diese Zeit der Getreideanbau bereits weit verbreitet war und irgendwann einmal ein Herr Otto Warburg in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts einen unausgewogenen Zuckerstoffwechsel der menschlichen Zelle mit dem Krebsgeschehen in Verbindung gebracht hat. Und Getreide wird nun einmal in Zucker umgewandelt.

 

Aber das muss es gar nicht einmal sein. Wenn Männer in alten Tagen jung starben und sich herausgestellt hat, dass sie an Krebs litten, kommt ein typisches Phänomen infrage, dass wir im Übrigen auch in der Neuzeit finden: die nicht ausgeheilte Infektion. Wer kann nachvollziehen, was damals genau abgelaufen ist? Eventuell lebte der Mann in einer Zeit und in einer Region, in der durch bestimmte Umstände (Sudan - da liegt zum Beispiel eine Dürre nahe) die Ernährung einseitig oder unzureichend war. Und der Organismus Infektionen nicht richtig bekämpfen konnte.

 

Oxidativer Stress durch eine nicht ausgeheilt Infektion kann den Organismus langfristig und nachhaltig schwächen, vor allen Dingen sein Immunsystem. Und nun gibt es ja gerade in der Naturheilkunde die Hypothese, dass Krebszellen permanent entstehen, aber von einem gut koordinierten Immunsystem in Schach gehalten werden. Wenn das Immunsystem durch bestimmte andere Umstände geschwächt ist, kann der Krebs sich ausbreiten; können sich Tumoren und sicherlich auch Metastasen bilden. Die Ableitung einer Krebserkrankung in der antike oder noch früher ist also gar nicht einmal so weit hergeholt. Und solange aus diesen alten Tagen bestenfalls Einzelfälle dokumentiert sind und keine Epidemie, wie in unserer heutigen Zivilisation, ist eine Krebserkrankung für die Einschätzung der Allgemeingesundheit der damals lebenden Menschen relativ uninteressant.

 

Gehen wir nach der Warburg-Hypothese, könnte Krebs theoretisch mit der Umstellung von Jäger-und-Sammler-Kulturen auf Ackerbau, sprich: in etwa seit ca. 8000 Jahren, möglich geworden sein. Deswegen brauchen wir nicht aufzuhören, von einer typischen Zivilisationskrankheit zu sprechen, bloß weil der ein oder andere Krebskranke schon vor einigen 1000 Jahren an dieser Krankheit gelitten hat und durch die moderne Wissenschaft dokumentiert wird.

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Kommentare: 1
  • #1

    Damon Trueblood (Mittwoch, 01 Februar 2017 19:59)


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