Warum werden selbst bei Jugendlichen immer mehr Depressionen diagnostiziert?

Gerade frisch eingetroffen ist eine Mitteilung, wonach es im Norden der Republik immer mehr Fälle von jugendlicher Depression gibt. Als Beispiel wird die Stadt Hamburg angegeben, dass zwischen dem Jahr 2000 und im Jahr 2012 die Anzahl depressiver Jugendlicher zwischen zehn und 18 Jahren um das sage und schreibe achtfache angestiegen ist. Man kann natürlich lange über die Gründe spekulieren. Hier einige Möglichkeiten:

 

  • Hamburg ist nicht gerade als die Stadt der ewigen Sonne bekannt. Aber zwischen 2002 und 2012 dürfte sich die Sonneneinstrahlung eher verschlechtert haben, da gerade in die Zeit um das Jahr 2000 zahlreiche recht lange, sonnige Sommer flossen. Bewertung: dieser Zusammenhang ist eher unwahrscheinlich, da Jugendliche der Generation jetzt jugendlich sich sowieso kaum im Freien aufhalten.

 

  •  Die Ernährungsqualität hat sich wieder einmal verschlechtert. Bewertung: dieser Zusammenhang ist zumindest etwas wahrscheinlicher.

 

  •  Durch Computerspiele hocken die Kinder bzw. Jugendlichen noch mehr zuhause als früher. Dadurch sind sie weniger an der frischen Luft, bewegen sich weniger, wodurch der Körper wiederum schlechter entgiftet wird und die Leber belastet ist (Sitzen ist das neue Rauchen!). Bewertung: ich nehme an, dass dieser Umstand dazu beiträgt.

 

  •  Gerade im psychologischen und psychotherapeutischen Bereich wird aus einer Mücke immer mehr ein Elefant gemacht. Da werden pubertäre Stimmungsschwankungen als „bipolare Störungen“ diagnostiziert. Wenn demzufolge die Anzahl der Diagnosen „Depression“ bzw. „depressive Verstimmung“ ebenfalls deutlich ansteigt, sollte man sich nicht wundern. Nach solchen Diagnosen werden aus Kindern, die ausgelassen spielen und toben, ADHS-Kinder und aus jungen Mädchen, die weinen und eine Tür hinter sich zuschlagen, medikamentös behandlungsbedürftige psychisch kranke Menschen. Bewertung: schon eine leichte "Verschiebung" der Bewertungskriterien für "psychische" Krankheiten hat dramatische Auswirkungen auf die Statistik. Daher: sehr wahrscheinlich!

 

Meine Gedanken dazu: Wenn ein Arzt bei einem ihrer Verwandten, Freunden oder Familienmitgliedern eine Depression diagnostiziert und diese mit Medikamenten behandeln möchte, gilt es gerade heute, dieses Ansinnen zu hinterfragen. Wirklich depressive Menschen sind nicht traurig oder Stimmungsschwankungen unterworfen, sondern sie nehmen emotional nicht mehr am Leben teil. Sie werden es niemals schaffen - und das ist das Hauptkriterium für eine Depression! - einen wirklich depressiven Menschen mit irgendetwas aufzumuntern!!! Wenn Sie es schaffen, ihm oder ihr ein herzliches Lachen zu entlocken, dann ist er oder sie nicht depressiv, sondern hat bestenfalls eine depressive Verstimmung - und dafür braucht es keine Medikamente! (Jedenfalls keine rezeptpflichtigen!).

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