Wenn es im Gesicht kribbelt und brennt

Gesichtsneuralgien scheinen in den letzten Jahrzehnten aufgrund der vermehrten Bildschirmarbeit ein Thema geworden zu sein, ebenso wie viele andere Erkrankungen, die man früher kaum kannte, in den letzten 30 oder 40 Jahren deutlich zugenommen haben. Doch welche Ursachen könnte das Kribbeln und Brennen im Gesicht haben?

 

Vorneweg erst einmal die simpelste Ursache: wenn Sie tatsächlich sehr lange vor einem Bildschirm arbeiten, die Bildschirmpausen nicht einhalten und der Bildschirm eventuell näher als 60 cm vor ihren Augen ist, werden die Sehnerven überanstrengt. Was zu einer Spannung der Gesichtsmuskulatur führt - die wiederum für sich genommen Gesichtsneuralgien auslösen können. Übrigens: Bildschirme herkömmlicher (alter) Machart Stress in die Augen zusätzlich, da sie auf einer sehr hohen Frequenz flackern und flimmern - etwa 75 mal in der Sekunde. Dadurch werden die Augen zusätzlich überanstrengt.

 

Wenn man von dieser relativ simplen Ursache absieht, gibt es allerdings noch etliche weitere Möglichkeiten: was gerne und häufig zu solchen Beschwerden führt ist die Behandlung bzw. vielmehr die Unterdrückung von Erkältungssymptomen mit pharmazeutischen Medikamenten. Dadurch können sich so genannte „Krankheitsherde“ in Stirn-, Kiefer-, bzw. Nebenhöhlen ausbilden. Die von sich ausgehend Reizungen und Irritationen der Gesichtsnerven verursachen.

 

Die dritte Möglichkeit: Zahnherde. Karies, nicht fachgerecht sanierte Zähne, Metallfüllungen (nicht nur Amalgam), vor allem aber wurzelkanalbehandelte, tote oder absterbende Zähne können im Gesichtsbereich Neuralgien verursachen.

 

Die vierte Möglichkeit trifft besonders Frauen in der ersten Lebenshälfte: Gesichtsneuralgien können eine Vorstufe oder abgeschwächte Variante von Migräne sein! Und jetzt ganz besonders wichtig: sollten Sie einen Nachlassen ihrer Sehkraft bemerkt haben, dass sich auch in längeren Ruhephasen nicht wieder regeneriert oder sollten Sie zusätzlich an Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Leistungsminderung oder merkwürdige Kopfschmerzen bemerken, sollten Sie sich in jedem Fall zur Abklärung zu einem Arzt begeben. Jetzt noch etwas aus der Naturheilkunde-Ecke: geben Sie sich nicht ausschließlich mit dem Neurologen zufrieden, sondern lassen sie auch mal Ihre Leberwerte abklären: die sind nämlich bei solchen Beschwerden erfahrungsgemäß oft verändert. Auch hier gilt: oft kommt es zu derlei Beschwerden in der Langfrist nach Medikamentenmissbrauch, auch wenn dieser länger zurückliegt!

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