Nahrungsergänzungen oder Entgiftung / Entschlackung - was ist besser? (Teil 1)

Einer der ganz spannenden Aspekte in der Naturheilkunde ist, dass es verschiedene Schulen gibt, die alle irgendwo ihre Berechtigung haben. Interessant wird es in der Praxis natürlich dann, wenn sich die Frage stellt, welcher Ansatz bei den Patienten, den man gerade vor sich hat, besser passt - d.h. welcher der beiden Ansätze den Patienten in seinem Wohlbefinden weiter bringt. Auf der einen Seite (Nahrungsergänzung) steht das Thema „Defizite“. Der Ansatz der so genannten „orthomolekularen Medizin“ besagt, dass aufgrund verschiedener Umstände (Stress, Ernährungsdefizite, Denaturierung unserer Nahrungsmittel etc.) bestimmte Nährstoffe im Körper fehlen.

 

Der Ansatz von Entgiftung und Entschlackung sagt aus, dass sich im Körper unbrauchbare bis schädliche Stoffwechselprodukte anreichern und nicht ausgeschieden werden können. D.h., da ist im Körper etwas „zu viel“.

 

Danach sollte man sich in der Naturheilkunde auch orientieren. Findet man beispielsweise Reizzeichen in der Anamnese, der Iris-oder Antlitzdiagnose und stellen sich auch Reizungen und Entzündungen anhand der Symptomatik dar - wie Reizdarm, Reizmagen, Reizblase etc. - und sind zusätzlich noch die Ausscheidungen gesteigert, es besteht also Neigung zu Durchfall, verstärktem Wasserlassen, starkem Schwitzen usw. deutet dies auf entsprechende Ungleichgewichte im vegetativen Nervensystem hin, die eher eine Stabilisierung erfordern. Hier kann man beispielsweise auf der einen Seite sowohl mit einer Verdauungsförderung (Enzyme) auf der anderen Seite mit Nahrungsergänzungen, insbesondere Selen, Zink, B-Vitamine, Vitamin E, Aminosäuren usw. einen stärkenden und stabilisierenden Effekt erreichen. Auf der anderen Seite würden wir in einem solchen Zustand mit einer Entgiftungstherapie (die natürlich durchaus angebracht sein kann!) Zu Beginn der Behandlung sehr leicht eine Erstverschlimmerung provozieren.

 

Stellt sich von Anamnese und Diagnostik hingegen ein Zustand dar, den wir in der Naturheilkunde als „Stauung“ (oder „Plethora“) bezeichnen, wobei eine Neigung zu Verstopfung, geringem Schwitzen und Wasserlassen und eher zu chronisch-degenerativen Erkrankungen besteht, kann am Anfang der Therapie meist gut eine unspezifische Entgiftung und Anregung von Leber, Niere, Lymphe stattfinden und der Patient fühlt sich auch ohne weitere Maßnahmen nach einigen Wochen bereits besser. In solchen Zuständen können Nährstoffdefizite in aller Regel über eine überschaubare Ernährungsumstellung ausgeglichen werden.

 

(Wird im nächsten Blogeintrag fortgesetzt)

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