Eisenmangel - selbst behandeln oder dem Arzt mitteilen?

Dieser Tage findet sich in der Gesundheitspreise ein Artikel darüber, dass man einen Eisenmangel nicht selbst behandeln soll - sondern immer mit dem Arzt darüber reden. Natürlich gibt es handfeste Gründe auch aus naturheilkundliche Sicht, warum an einen Eisenmangel nicht selbst behandeln sollte:

 

Erstens: wissen Sie sicher, ob Ihre Symptome wirklich einen Eisenmangel widerspiegeln? Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung, Blässe oder Nagelspliss deuten nämlich nicht notwendigerweise auf einen Eisenmangel hin, sondern werden zum Beispiel auch bei einer langsam sich einstellende Niereninsuffizienz gefunden. Das ist eine Erkrankung, bei der sie eher kein Eisenpräparat einnehmen sollten. Überhaupt sollten Sie mit Eisenpräparaten sehr vorsichtig sein: es können sich Verdauungsprobleme, langfristig sogar Probleme mit dem Herzkreislaufsystem einstellen und bei einer sehr langfristigen Einnahme kann sogar das Krebsrisiko erhöht sein.

 

Nahrungsmittel, die Eisen enthalten, sind nicht immer die Antwort!

 

Um noch einmal einen Bezug zu dem genannten Artikel herzustellen: Fleisch wird meinem erachten nach zu massiv als Eisenquelle beworben. Das sage ich nicht deswegen, weil „Heilpraktiker ja immer Vegetarier-freundlich sind“, sondern deswegen, weil dem Eisenmangel ja nicht unbedingt immer nur eine zu geringe Aufnahme zu Grunde liegen muss, sondern dass es sich genauso gut um eine Verdauungsschwäche handeln kann. Und gerade rotes Fleisch, das ja viel Eisen enthält, zählt zu den eher schwer verdaulich Nahrungsmitteln.

 

Alternativen wären: Schwarze Johannisbeeren, oder deren Muttersaft, rote Beete oder zum Beispiel auch verschiedenes dunkelgrünes Blattgemüse. Aber auch die sind nicht unbedingt für jeden exzellent zu verdauen.

 

Also sollten Sie beim Thema Eisenmangel natürlich zu allererst über den Tellerrand von Eisenpräparaten, aber auch von Ärzten und Fleisch hinaus schauen. Denn ein Arzt diagnostiziert nicht immer gleich eine Verdauungsschwäche, und erst recht nicht die, die einem notorischen Eisenmangel in den meisten Fällen zugrunde liegt: nämlich Mangel an Magensäure!

 

Hört sich ungewöhnlich an, ist aber gar nicht mal so selten. Beobachten Sie sich doch mal nach einer Mahlzeit: wenn Sie das Gefühl haben, dass Essen länger im Magen liegen bleibt und den Oberbauch druckempfindlich und geschwollen macht, sollten Sie nicht über Fleisch, schwarze Johannisbeeren, oder dunkelgrünes Blattgemüse nachdenken, sondern daran, ihren Enzymhaushalt zu verbessern!

 

Auch Eisenmangel hat eine Ursache. Und wenn Sie mit den oben genannten Symptom zu einem Arzt gehen, ohne dass vorher eine Diagnostik beispielsweise (bei Frauen) auf zu massive Menstrualblutungen, insgesamt auf verschiedene Blutbildungsstörungen und vor allen Dingen nicht auf verschiedene Verdauungsleiden durchgeführt wurde, steht und fällt alles mit der Diagnostik des Arztes. Wird diese nicht durchgeführt, ist die Chance, dass ein Eisenpräparat oder eine Ernährungsumstellung das Problem mittelfristig lösen können, eher gering!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0