Kann man mit der Dorn-Methode Bandscheibenvorfälle behandeln?

Ich erinnere mich noch genau an das „Drama“ meiner mündlichen Prüfung zu Heilpraktikerzulassung. Damals mussten wir uns um 14:00 Uhr beim Gesundheitsamt einfinden und wussten noch nicht einmal, ob wir die schriftliche Prüfung bestanden hatten. Dazu kam, dass ich als letzter mündlich überprüft wurde. Um sage und schreibe 18:30 Uhr trat ich zu meiner Prüfung an.

 

Was hat das ganze mit Bandscheibenvorfällen zu tun, werden sie jetzt fragen?! Ganz einfach: ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran, dass die einzige Prüfungsfrage, bei der ich auf dem Schlauch stand, die Frage danach war, ab wann ein Bandscheibenvorfall in die Hände eines Chirurgen gehört. Die richtige Antwort: wenn sich motorische Erscheinungen, Einschränkungen in der Bewegung und eventuell sogar Lähmungserscheinungen bemerkbar machen.

 

Dass es eigentlich relativ simpel war, und ich es trotzdem in diesem Moment nicht wusste, lässt sich sicher mit dem Faktor Stress erklären. Der erklärt übrigens auch, warum so mancher Bandscheibenvorfall zustande kommt. Aber das ist ein anderes Kapitel.

 

Was ich in diesem Blogeintrag klären will, ist die Frage, ob sich mit der Dorn-Methode Bandscheibenvorfälle behandeln lassen. Seit ungefähr zehn Jahren ist die Dorn-Methode als Alternative Wirbelsäulentherapie in der Naturheilkundeszene etabliert, wobei es natürlich verschiedene Richtungen gibt. Eine Kardinalsfrage, die immer wieder gestellt wird, lautet: kann man mit der Dorn-Methode Bandscheibenvorfälle behandeln? Die Frage hat, wie so viele, zwei Antworten: die erste Antwort - mit der Dorn-Methode lassen sich keine Bandscheibenvorfälle beseitigen. Wer etwas anderes behauptet, weißes entweder nicht besser - oder er lügt. Es gibt in der Naturheilkunde und Alternativmedizin immer wieder Grenzen, die man nicht so ohne weiteres überschreiten kann.

 

Aber es gibt noch eine zweite Antwort zu dem Thema: die Dorn-Methode kann in manchen Fällen bei Bandscheibenvorfällen helfen. Sie beseitigt zwar nicht den Vorfall an sich, kann aber Schmerzen, die in der Orthopädie gerne auf den Vorfall zurückgeführt werden, unter bestimmten Umständen lindern. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Bandscheibenvorfall im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule ist und gleichzeitig eine Kreuzbeinblockade vorliegt. Die kann nämlich nach der Dorn-Methode korrigiert werden, und damit vermindert sich oft auch relativ schnell der Schmerz. Dann hängt vieles davon ab, ob und wie stark entsprechende sensible Nervenfasern gereizt sind (N. ischiadicus und N. femoralis). Ist dort eine Reizung vorhanden, werden die Schmerzen noch eine Weile nach der Korrektur anhalten, auch wenn die Beschwerden nicht direkt mit dem Bandscheibenvorfall zusammenhängen.

 

Ich lebe selbst seit meiner Crohn-Zeit mit einem Bandscheibenvorfall im Segment L5/S1, und obwohl meine Lendenwirbelsäule und der Kreuzbeinbereich, bedingt durch die zahlreichen Operationsnarben in der Umgebung, instabil ist, habe ich keine dauerhaften Schmerzen im unteren Rücken, sondern nur dann, wenn entsprechend Wirbel oder das Kreuzbein blockiert sind.

 

Auf jeden Fall Vorsicht ist geboten mit der Dorn-Methode bei Bandscheibenvorfällen im Halswirbelbereich. In diesen Fällen würde ich nicht behandeln und auf von einer solchen Behandlung abraten. Eventuell können andere Therapien (Injektionstherapie, Osteopathie etc.), die nicht direkt an der Halswirbelsäule manipulieren, hier Linderung bringen.

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