Tinnitus ganzheitlich behandeln, Teil 2

(Fortsetzung von Freitag, dem 3. Januar 2014)

 

Nach einer sanften Entblockierung der Halswirbel sollten sich die Symptome des Tinnitus bereits bessern. Ein Therapeut, der verschiedene Injektionstechniken beherrscht, kann mittels verschiedener Injektionen die Druckverhältnisse im Innen-und Mittelohr optimieren, so dass eine weitere Entlastung eintritt. Bei Infekten der Nebenhöhlen, insbesondere chronischen, empfiehlt sich eine Behandlung der Punkte Dü 19 und 17, generell eine Neuraltherapeutische Entstörung parallel zum Gehörgang vor dem Ohr. Direkt hinter dem Ohr, genau auf Höhe der Mittellinie zwischen oberen und unteren Ohr, findet sich ein weiterer hervorragender Punkt für die Behandlung von Ohrgeräuschen. Darüber hinaus können die Querfortsätze der Halswirbelsäule durch subkutane bzw. intrakutane Injektionen behandelt werden.

 

Die Durchblutung ist ein weiteres wichtiges Thema bei der Therapie von Tinnitus. Obwohl regelmäßig Erfolge bei der Anwendung von Gingko-Präparaten berichtet werden, halte ich diese Methode für nicht sehr effizient. Ich setze - da wo es wichtig ist - auf eine Kombination dreier verschiedener Präparate, welche die Durchblutung indirekt, aber dafür umso nachhaltiger verbessern: Rechtsregulat, Anthocyane und Enzyme. Mit der Kombination Bromelain, Papain und Rutin kann mit den vorgenannten Substanzen in Kombination die Durchblutung im Kopfbereich binnen weniger Wochen oft so verbessert werden, dass Ohrgeräusche, die hauptsächlich auf diesem Problem beruhen, nachlassen. Bei entsprechendem Alter lohnt sich darüber hinaus eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B6, B12 und Folsäure (Stichwort: „Homocystein“!).

 

Homöopathisch empfiehlt sich die Anwendung von Causticum, wenn neben dem Tinnitus Kieferbeschwerden bestehen mit Knacken und Knarren, Kieferfehlstellungen und insgesamt eine Neigung zu entzündlich- bzw. degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei kalter, trockener Witterung.

 

Acidum picrinicum beziehungsweise Ferrum picrinicum empfiehlt sich bei Tinnitus im Zusammenhang mit Leberbelastung und Erschöpfung. Die Gesichtsfarbe der Betroffenen ist blass-fahl, mit einem Stich ins Gelbliche.

 

Interessanterweise wird aus toxischer Sicht bei Tinnitus, der vor allen Dingen in der ersten Lebenshälfte auftritt, immer wieder eine vorangegangene Antibiotika-Belastung beobachtet. Eine kausale Verbindung herzustellen, ist schwierig, ich vermute aber, dass in solchen Fällen sehr oft latente, d.h. nicht vollständig ausbrechende Nebenhöhlen-Infektionen mit im Spiel sind. Hier empfiehlt sich eine Darmsanierung und es eröffnet sich gleich die Perspektive, dass man mit obigem Vorgehen (Rechtsregulat, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme und eventuell zusätzlich noch Probiotika) nicht nur die Durchblutung verbessern kann, sondern auch effektiv Herdsanierung im Kopfbereich betreiben kann.

 

Sollten diese Therapieansätze allesamt versagen, ist zu überprüfen, ob nicht ein toter Zahn oder eine Belastung mit Schwermetallen (Amalgam) durch entsprechende Füllungen oder Sanierung von Amalgamplomben, die nicht fachgerecht vorgenommen wurden, vorliegen. Auch Kieferprobleme allgemein sind zu berücksichtigen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0