Noch einmal impfen: brauchen wir eine Impfpflicht?

Die Masern sind wieder mal auf dem "Vormarsch":

 

So scheint es jedenfalls: rund 175 Erkrankten im gesamten letzten Jahr stehen etwas über 600 in diesem ersten Halbjahr gegenüber. Der Fairness halber muss man dazu sagen, dass die Erkrankungsquote in 2011 bei deutlich über 1000 Infizierten lag. Aber lassen wir das mal außen vor.

 

Bundesgesundheitsminister Bahr (FDP) hat "mal wieder" den Vorschlag einer Impfpflicht zur Diskussion gebracht - zumindest im Bezug auf die meldepflichtige Infektionskrankheit "Masern", die ja bekanntermaßen nicht immer so harmlos verläuft wie beispielsweise Windpocken.

 

Man kann viel über die Vorzüge und Risiken des Impfens diskutieren und jeder, der ein bisschen innere Distanz zum Geschehen hat, wird stressfrei die beiden Lager erkennen, die sich bei dieser Diskussion regelmäßig ausbilden: die "wissenschaftlich" denkenden Impfbefürworter auf der einen Seite und die "esoterisch (oder ökologisch - naturalistisch) angehauchten Impfgegner auf der anderen Seite. Nimmt man die bekannten Infektionskrankheiten, Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Diphterie und so weiter her und einen neutralen Standpunkt ein, wird klar: man erwirbt mit einer Impfung einen (nicht 100%-igen) Schutz gegen die geringe Wahrscheinlichkeit, eine meldepflichtige Infektionskrankheit durchzumachen mit dem noch geringeren Restrisiko, ernsthafte Komplikationen zu erleiden. Man erwirbt mit der Impfung allerdings auch ein geringes Risiko, Komplikationen und Spätschäden zu erleiden. Man könnte Stundenlang darüber diskutieren, was besser und schlechter ist und würde zu keinem vernünftigen Ergebnis kommen. Vielmehr würde jede "Partei" stur auf ihrer Position beharren.

 

Ich persönlich könnte mit meiner Vorgeschichte (in der frühen Kindheit von A bis Z durchgeimpft und bis zum 4. Lebensjahr überreichlich mit Antibiotika behandelt, Morbus Crohn in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter, mittlerweile nach harten Entgiftungsmaßnahmen seit zig Jahren stabile und gute Gesundheit) keine Impfung gebrauchen...man will ja nicht, dass sich Geschichte wiederholt. Es ist ein Eingriff ins Immunsystem und das sollte bei mir besser so bleiben, wie es ist, nämlich stabil. Das wäre für mich aber noch kein Grund, eine Impfpflicht in Bausch und Bogen abzulehnen.

 

Der Grund allerdings schon:

 

Warum ich eine Impfpflicht generell, und zwar aufs Schärfste ablehne: hat man eine für Masern, werden andere Erkrankungen bald folgen. Hat man eine für alle "Kinderkrankheiten", kommt die Influenza dran. Und dann kommt irgendeine "neue" Grippe, mit ihr die WHO, setzt willkürlich Pandemiekriterien hinauf, ein neuer (in seiner Langzeitwirkung unerprobter) Wirkstoff muss her, und da wir dann ja eine "Impfpflicht" haben muss jeder, ob er oder sie will oder nicht, mit einem "neuen" Wirkstoff gegen eine zweifelhafte Pandemie mit einem Ausgang, der ebenso ungewiss ist wie das Spätschäden-Restrisiko der Impfung an sich, geimpft werden.

 

Oder ist niemand mehr da, der sich an das Märchen von der "bösen Schweinegrippe" (2009-2010) erinnern kann, wo sogar die Massenmedien auf den Zug aufgesprungen sind, den Sinn dieser Impfung anzuzweifeln und wo aus "30 Millionen Infizierten und 30.000 Toten!" ("Prophezeihung" von Professor Dr. Adolf Windorfer, RKI) dann in der Realität 250.000 Infizierte und 230 Tote (Realität, Statistik des RKI, 6 Monate später) geworden sind?

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jasmin (Donnerstag, 25 Juli 2013 12:15)

    Ich finde diese Impfpflicht auch mehr als verwerflich und ich finde es auch irgendwie mehr als absurd, dass überhaupt im Bundestag <a href="http://www.puls4.com/videokatalog/Wissenschaft/video-Streit-um-Impfpflicht-Wie-gef%C3%A4hrlich-sind-Impfungen-wirklich-Guten-Abend-663453.html">darüber diskutiert</a> wird, denn so eine Form der Pflicht verstößt doch gleich gegen das erste Grundgesetz unserer Verfassung.

  • #2

    Andreas Ulmicher (Donnerstag, 25 Juli 2013 13:30)

    Wir waren uns damals (2009-2010, zur "Schweinegrippe")-Zeit alle darüber einig, dass eine Impfpflicht gegen H1N1 nicht nur gegen das GG, sondern auch gegen den Nürnberger Codex verstößt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Kodex