Au weia! In Deutschland wird viel zu oft operiert!

Eine Meldung aus dem Nachrichtenmagazin Focus bringt es an den Tag: in Deutschland gibt es so viele Krankenhausaufenthalte und chirurgische Maßnahmen wie in kaum einem anderen Industrieland. Und mal wieder: die gesetzliche Krankenkasse plädiert für Reformen.

 

In der Tat wären auch aus naturheilkundlicher Sicht viele Operationen und auch etliche Krankenhausaufenthalte überflüssig, wenn man endlich ursächlich therapieren würde. Beispiel: Bandscheibenvorfälle. Nach der Aussage eines befreundeten Physiotherapeuten machen 75 % aller Bandscheibenvorfälle im unteren Rücken keinerlei Beschwerden, und wenn bei diesen Personen Beschwerden bestehen, dann kommen diese entweder vom Kreuzbein oder von einer Wirbelblockade im Lendenwirbelbereich. Solche Probleme kann man mit einigen einfachen Griffen in aller Regel gut in den Griff bekommen. Die Kosten für manuelle Therapien, die wirksam sind, sind in aller Regel sehr überschaubar und gehen selten über den zweistelligen Eurobereich hinaus. Eine Bandscheiben-Operation hingegen bewegt sich kostenmäßig im vierstelligen Bereich und bringt oft nur kurzzeitig Verbesserung. Wie wäre es einmal, wenn man hier die Hebel der Reform ansätzen würde?

 

Ein weiteres Beispiel sind viele "Blinddarm-OP’s", wobei hier eigentlich medizinisch korrekt der Wurmfortsatz entfernt wird – übrigens nach neuesten medizinischen Erkenntnissen eine Art Asyl für gute Darmbakterien. Laut einer amerikanischen Studie könnten wenigstens 50% aller "Blinddärme", die heute noch operiert werden, konservativ mittels Antibiotika in den Griff bekommen werden. Was zudem den unschätzbaren Vorteil hätte, dass die Betroffenen ihren Wurmfortsatz hinterher noch hätten. Warum das wichtig ist? Nun, über 90% aller Patienten chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen mit einem so genannten „chronisch-aktiven Verlauf“, d.h. dauerhaften Beschwerden, haben meiner Beobachtung nach ihren Wurmfortsatz nicht mehr…

 

Ein "einschneidender" Eingriff, sprich eine OP, ist insgesamt ziemlich oft zu hinterfragen. Aber solange in unserem Gesundheitssystem Geld die erste Geige spielt und nicht etwa der Patient, wird sich hier wohl nicht allzu viel ändern...leider!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0