Haben wir einen Hausärztemangel?

http://www.gmx.net/themen/gesundheit/krankheiten/36a9pd4-junge-hausaerzte-deutschland

 

Hausärzte sitzen an der Basis unseres Gesundheitswesens. Sie übernehmen oft die Erst- und Notfallversorgung. Ihre Diagnostik ist wesentlich seltener als bei den Berufskollegen auf Apparate gestützt. Die Wartezimmer quellen über und, so ein mir bekannter Arzt: „50 Patienten an einem Vormittag sind der Normalzustand!“

 

Als wäre das noch nicht alles, driften Anspruch und Budgetierung in der Realität sehr weit auseinander. Maximal gibt es 27 € - pro Patient, pro Quartal (drei Monate). Und dabei ist es völlig egal, ob eben jener Patient ein einziges Mal im Quartal erscheint und 3 Minuten bleibt oder ob er ein Dutzend Mal erscheint und 30 Minuten bleibt. Die logische Folge: das so genannte Zeitbudget eines Allgemein-bzw. Hausarztes ist in etwa so komfortabel wie ein Kaktus zum Sitzen.

 

Fertigt er den Patienten nicht binnen kürzester Zeit ab, legt er drauf. Und von dem Verdienst muss man noch die Kosten für Praxisräume, Personal, die diversen Versicherungen abziehen. Um dem „bequemen“ Leben der Allgemein-sowie Hausärzte noch die Krone aufzusetzen, müssen Sie sich immer wieder mit Regressen der Krankenkassen herumschlagen. Wenn eine Leistung in 2008 anerkannt wurde, aber per Gesetz in 2011 beschlossen wurde, dass sie rückwirkend nicht mehr anerkannt wird, wird der Arzt zur Kasse gebeten.

 

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: Hausärzte stehen im Image der Ärzteschaft nicht gerade eben oben. Dabei leisten Sie die wertvolle Basisarbeit.

 

Also ich kann als Heilpraktiker von Herzen verstehen, warum immer weniger Absolventen des Medizinstudiums bereit sind, sich als Hausärzte niederzulassen.

 

De facto ist, auch das muss leider einmal gesagt werden, heute kein Gesundheits-Beruf mehr besonders erstrebenswert.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0