Gesundheitsbrief
Andreas Ulmicher
Heilpraktiker
Frowin-von-Hutten-Straße 5
63628 Bad Soden-Salmünster
Telefon 06056-911378

Mein Selbstverständnis als Heilpraktiker

Ich denke, wenn ich nicht diese schwere Krankheit in meiner Jugend bekommen hätte, wäre aus mir etwas ganz anderes geworden. Aber es macht einen ziemlich entscheidenden Unterschied, ob man im zarten Alter von 16 Jahren schon mit dem eigenen Tod (nicht durch einen Unfall, sondern durch Krankheit) konfrontiert wird, oder ob man ein normales Leben führt.

Das sehe ich heute auch an meinen jungen Patienten. Achtzehn- oder Zwanzigjährige, oder noch jüngere Betroffene einer chronischen Krankheit sind sehr viel nachdenklicher als junge Leute, die noch nicht mit einem so schweren Schicksalsschlag konfrontiert wurden. Und: wenn man schon in jungen Jahren chronisch krank war beziehungsweise ist, macht man sich von vornherein ganz andere Gedanken um seine Gesundheit, ist weniger unbedarft.

Die wichtigste Erkenntnis dabei ist, dass das Leben nicht nur jetzt stattfindet, sondern dass man möglicherweise auch eine Zukunft hat. Menschen sorgen vor, wenn es um ihre Alterssicherung geht, sparen Geld und investieren in Immobilien oder Wertpapiere. Aber nur sehr, sehr wenige Menschen sorgen sich wirklich um ihre Gesundheit. Das sehe ich in dem Ort, in dem ich arbeite, der überwiegend auf die Rehabilitation der so genannten orthopädischen Chirurgie spezialisiert ist. Hier treffen sich Hüft- Knie- und Wirbelsäulenoperierte zur Reha. Das Erschreckende an dieser Angelegenheit: viele dieser Menschen sind in den Vierzigern, Dreißigern oder manchmal gar noch jünger, rauchen und sind stark übergewichtig. Offensichtlich werden diese Probleme in unserer Wohlstandsgesellschaft heute schon als normal angesehen.

Ich finde es nicht normal, wenn ein Mensch meinen Alters 30 kg Übergewicht und die Narben von zwei oder drei Wirbelsäulen-OP’s beziehungsweise ein künstliches Hüftgelenk mit sich herumträgt. Ich finde es normal, wenn ein Vierzigjähriger Sport treibt und Klimmzüge machen kann, 10 km ohne Schmerz oder Muskelkater läuft. Ich finde es auch nicht normal, dass Menschen in den frühen 20ern bereits einen Großteil ihres Haupthaares verloren haben, und auch der lapidare wie abgedroschene Hinweis auf schlechte Gene zieht nicht wirklich, denn noch vor 50 Jahren gab es Stirn-, Halb- beziehungsweise Dreiviertelglatzen noch nicht bei Menschen, die gerade einmal Mitte 20 waren. Was sollen sich da für schlechte Gene übertragen haben?

Ich bin für mich zu der Überzeugung gekommen, dass die wichtigste Vorsorge für mich jetzt – und in die Zukunft gerichtet – die Gesundheitsvorsorge ist. Denn Dinge, die mit Geld und Wohlstand zu tun haben, Vermögensaufbau – die sind von äußeren Umständen abhängig, und eine Währungsreform kann die Bemühungen von 20 oder 30 Jahren zunichte machen. Meine Gesundheit hingegen hängt zu 80% von mir selbst ab, von meinem Verhalten. Sicher, es gibt Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Aber die 80%, die ich beeinflussen kann – auf die achte ich.

Ich bin der Meinung, dass man als Therapeut und insbesondere als Heilpraktiker heute auch eine gewisse Vorbildfunktion hat beziehungsweise haben sollte. Ich bemühe mich, dieser Vorbildfunktion nachzukommen, indem ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten und meines unmittelbaren Einflusses gesund erhalte. Dabei neige ich allerdings nicht zu Extremen. Lesen Sie etwas über meine Philosophie.

Alles ist Gift – es kommt nur auf die Dosis an

Sport und Bewegung können Heilmittel, aber auch Gift sein. Zum „Gift“ wird Sport, wenn man ihn im Übermaß betreibt. Sie müssen nicht jeden Tag einen Halbmarathon bestreiten aber es hilft enorm, wenn Sie jeden Tag – oder wenigstens drei- bis viermal die Woche – einige Kilometer spazieren gehen oder auch immer mal zwischendrin locker laufen. Wenn Sie richtig trainieren wollen, verausgaben Sie sich richtig, aber kurz. Es macht keinen Sinn, Muskeln stundenlang mit hartem Training „auszulaugen“. Sie können mit 20 Minuten Training pro Tag das Optimum aus sich herausholen und brauchen nicht mehr. Beispielsweise mit Intervalltraining.

Das Gleiche gilt für die Ernährung. Sie kennen vielleicht den Spruch: „One Apple a day keeps the doctor away!“ – „Ein Apfel am Tag den Arzt von dir fernhalten mag!“

Aber deswegen würden Sie wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, 20, 30 oder mehr Äpfel am Tag zu verzehren, denn weil ein Apfel am Tag gut für Sie ist, müssen 20 oder mehr ja noch mal viel, viel besser sein…

Rohkost ist an sich eine wertvolle Ernährung – aber ich kenne, und das persönlich, alleine aus meinem unmittelbaren Bekanntenkreis mindestens 4 Leute, die mit reiner Rohkosternährung ihre Gesundheit nachhaltig ruiniert haben. Weswegen ich der Meinung bin, dass 50% Rohkostanteil ausreichend sind. Was andererseits aber nicht ausschließt, dass sich einige mit einer reinen Rohkosternährung nicht auch von chronischen Krankheiten heilen können.

Das Gleiche ist es mit Nahrungsergänzungsmitteln. Diese haben ihre Zeit, ihren Platz und ihren Nutzen. Aber nicht im Übermaß. Es gibt auch hier ein „ZUVIEL“, und ich werde in Kürze ein Programm entwickeln, mit dem Sie herausfinden können, ob Sie für sich (und natürlich auch Ihr Portemonnaie) „des Guten zuviel“ tun.

Gesundheit und Krankheit sind nicht zwei Extreme…

Wenn ich mir zeitgenössische Gesundheits-Literatur so anschaue, drängt sich mir der Verdacht auf, dass „Gesundheit“ und „Krankheit“ als Extreme, quasi die beiden Enden einer Skala, gesehen werden. Ich bin im Laufe der Zeit aber zu ganz anderen Ergebnissen gekommen.

Gesundheitsskala - Falsch!

Gesundheit ist aber nicht „das Eine Ende“ einer Skala und Krankheit „das Andere“, vielmehr ist Gesundheit ein Zustand, der in der Mitte zwischen zwei Extremen liegt. Extreme Völlerei ist ungesund, aber dauerhafter Veganismus und häufiges Fasten „zu Gesundheitszwecken“ können langfristig die Gesundheit genauso ruinieren, genau wie Völlerei einen nicht binnen weniger Tage chronisch krank werden lässt, sondern erst im Laufe der Zeit.

Gesundheitsskala - Richtig

Gesundheit ist Gleichgewicht!

Das Gleichgewicht zwischen verschiedenen Stoffwechselvorgängen, das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen, das Gleichgewicht im Darm, das Gleichgewicht in den Schleimhäuten, das Gleichgewicht von Aufbau und Abbau, das Gleichgewicht zwischen Nährstoffen, Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und so weiter.

Vielleicht lesen Sie zufällig diese Seite und sind gar nicht krank, das wünsche ich Ihnen zumindest.

Sollte dies der Fall sein, dann nehmen Sie meine Ratschläge an:

Essen Sie viel Gemüse und lebendige Nahrung. Aber gönnen Sie sich auch ab und an mal einen Eisbecher.

Treiben Sie Sport und bewegen sich. Aber seien Sie auch ab und an mal einen Tag faul.

Entwickeln Sie Ihre Persönlichkeit. Aber seien Sie gelegentlich auch mal albern und kindisch.

Halten Sie Maß beim Essen. Aber gehen Sie ab und zu auch mal mit Genuss und gutem Gewissen „schlemmen“.

SEIEN SIE DIE MEISTE ZEIT VERNÜNFTIG ABER AB UND ZU AUCH MAL UNVERNÜNFTIG!