Das soll ganzheitlich sein?

Mit der Esoterik-Szene stehe ich langsam aber sicher ein wenig auf Kriegsfuß.

So gibt es seit einiger Zeit einen Trend, Bach-Blüten “Astrologisch” auszuwählen: jedes Sternzeichen bekommt das für seine typischen Charakteristika notwendigen Bach-Blüten zugeordnet. So ist die Jungfrau skeptisch, pessimistisch und kleinkrämerisch, der Zwillung eine Quasselstrippe, der Steinbock ein Arbeitstier und der Fisch ein verträumter, weltfremder Schöngeist.

Erstens mal gibt es “den Fisch” und “die Jungfrau” nicht, denn wenn ich mir 10 Leute eines Sternzeichens zusammen suche, werde ich höchst unterschiedliche Charakteristika in höchst unterschiedlicher Ausprägung erhalten.

Zweitens gibt es viele Facetten eines Charakterzugs. Beispielsweise ANGST: unbestimmte Ängste – ASPEN, bestimmte Ängste – MIMULUS, Angst vor dem Alleinsein – HEATHER, CHICORY, Angst davor, sich zu entscheiden oder was neues zu beginnen – WALNUT, und so weiter.

Es tut mir leid, aber Bachblüten nach dem Sternzeichen auszuwählen ist so “Schulmedizinisch” wie jedem mit einer Erkältung ein- und dasselbe homöopathische Mittel zu verpassen. Diese Art von “Lebenshilfe”, die sich ja jeder Laie mit den Stock Bottles, sofern er sie hat, quasi zuhause selbst zusammenstellen kann, ist meines Erachtens nach keine.

Auch wenn es von Bach-Blüten, wie von Homöopathie, keinen soliden Wirkungsnachweis nach wissenschaftlichen Kriterien gibt, heißt das a) dass sie nicht “NICHT” wirken, b) dass Sie auch einigen Schaden anrichten können, falls man es falsch macht und c) dass auch die “harmlosen” Bach-Blüten in die Hände eines kundigen Therapeuten gehören. Nämlich eines Therapeuten, der eine Stunde mit einer Person spricht, bevor er ihr die Blütenessenzen verordnet!

Andreas Ulmicher

Hilfe, mein Unterarm schwitzt nicht mehr!

Heute bin ich produktiv im Blog.

Ich bin in einem Gesundheits-Forum auf eine sehr kuriose Frage gestoßen:

Sinngemäß fragt da jemand, wie das sein kann, dass er seit einem Unfall an bestimmten Körperpartien überhaupt nicht mehr schwitzt und im Gegenzug an den übrigen Körperpartien sehr massiv schwitzt. Der arme Betroffene gibt an, dass ihm bisher kein Arzt auf die Sprünge helfen konnte (jedenfalls zum Zeitpunkt meines Lesens vor ca. 14 Tagen).

Dabei ist diese Frage – zumindest im Verhältnis zu dem, was ich sonst so jeden Tag in der Praxis habe – relativ leicht zu beantworten:

Das Schwitzen wird rein vom sympathikotonen Zweig des autonomen Nervensystems gesteuert. Das autonome Nervensystem verfügt über so genannte “Schalt-Stellen”, die Grenzstrang-Ganglien. An bestimmten Körperregionen kommen diese Schalt-Stellen sehr nahe der Haut und sind empfindlich gegen starken Druck, Stoß oder Schlag (Drücken Sie mal kräftig in Ihren Solarplexus, dann wissen Sie was ich meine!).

Folglich können die Grenzstrang-Ganglien, wie beispielsweise auch Halswirbel, Traumatisiert werden, mit teilweisem oder völligem Funktionsverlust. Dann ist der Schwitz-Mechanismus für bestimmte Körperregionen im Wortsinne “ausgeschaltet” und andere Körperpartien müssen in die Bresche springen und entsprechend Sonderschichten schieben.

Bleibt die Frage, ob man so was beheben kann…

Hm…

Eine Chance bietet sich eventuell bei einem Neuraltherapeuten nach Hunecke, der muss aber richtig, richtig Ahnung haben und genau wissen was er tut. “Sehr vielleicht” könnte auch ein hierfür speziell ausgebildeter Osteopath die Geschichte wieder in Gang setzen. (Ich selbst würde es mir ehrlich gesagt nicht zu trauen). Ich würde auch nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass es klappt. Aber einen Versuch wäre es wert.

Andreas Ulmicher

Ein kleines, vernachlässigtes Organ

Hallo,

Ich möchte Ihnen heute etwas über ein kleines, beinahe vergessenes Organ erzählen.

Ich möchte deswegen was darüber erzählen, weil ich in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder in der Therapie von Patienten darüber “gestolpert” bin.

Es handelt sich um die Nebenschilddrüse.

Aber wie komme ich auf diese kleine Hormondrüse?

Stellen Sie sich vor, Sie leiden immer mal wieder unter Krämpfen. Ein Arzt verordnet Ihnen hochdosiert Magnesium, und es hilft überhaupt nicht. Jemand untersucht Ihre Mikronährstoffspiegel und stellt fest, dass Ihr Magnesiumspiegel schon eher zu hoch liegt.

Dann kommen vielleicht noch Erschöpfung, Schlafstörungen und ein gewisser, schmerzhafter Druck aus dem Nierenlager mit hinzu. Und bestimmte Allergien oder Pseudoallergien, die Sie nicht verstehen und vor allen Dingen früher nicht hatten: einen juckenden Ausschlag auf der Sonne ausgesetzten Hautpartien beispielsweise. Und kein Arzt oder sonstiger Therapeut kommt darauf, was mit Ihnen los ist.

Ich gebe es rundheraus zu, man muss zweimal hingucken: aber ein erniedrigter Kalziumspiegel führt auch zu Krampfzuständen, der Tetanie. Er führt auch zu Sympathikus-Erschöpfung, und daher allgemeiner Erschöpfung. Wo etwas zu wenig ist, wird es vermehrt ausgeschieden: das geschieht auch im Falle von Kalzium über die Nieren. Die deswegen mächtig gestresst sein können.

Und den Kalziumspiegel regelt?…richtig: das Hormon der Nebenschilddrüse. Da gibt es das Parathormon, das Kalzium löst, und in unmittelbarer Nachbarschaft, in bestimmten Zellen der Schilddrüse das Calcitonin, das es in Knochen und andere kalziumhaltige Körperpartien “einbaut”. Ist die Nebenschilddrüse hyperaktiv, wird mehr Kalzium freigesetzt und ausgeschieden – Kalziumverlust macht nicht nur Osteoporose…

Umgedreht natürlich auch: schlafft die Nebenschilddrüse ab, wird dem Blut Kalzium entzogen. Und dann bekommen Sie Krämpfe, und haben keine Ahnung, woe die herkommen.

Ich vermute derzeit (beweisen kann ich es natürlich nicht), dass bei Problemen mit der Nebenschilddrüse auch das Immunsystem und der Fettstoffwechsel geschwächt werden können. Stichwort: Vitamin-D-Haushalt (ja, richtig: CHOLE//CALCI//ferol!).

Woher der Stress kommen könnte? Ich habe noch nichts “Definitives” gefunden, aber einige Verdächtige:

- Sonnenschutzmittel

- Desinfektionsmittel

- Hormonähnliche, fettlösliche Substanzen, die über die Haut aufgenommen werden können

- vorangegangene chronische Infektionskrankheiten und v.a. ihre “allopathische”, sprich medizinische Behandlung (Rest-Toxine im Zwischenzellraum oder gar in den Zellen selbst?)

Wie gesagt: das zu Finden, ist nicht leicht. Es zu behandeln, ist auch nicht leicht, aber in der Homotoxikologie (das ist eine moderne Form der Homöopathie mit mittleren “pharmakologisch wirksamen” Potenzen) zumindest leichter als das Problem überhaupt erst aufzuspüren. Es beunruhigt mich von daher leicht, dass es immer öfter vorzukommen scheint.

Mal sehen, ob der ein- oder andere Umweltmediziner in der kommenden Zeit auf den Trichter kommt…

Andreas Ulmicher

 

Neues von der Crohn-Front

Ich mal wieder, seit Längerem…

Ich wollte mal wieder was Schreiben, wie es um mein Buch steht – das Wichtigste. Gerade bin ich am “Großen”, das wohl den endgültigen Titel:

“Andreas Ulmichers großer MORBUS CROHN / COLITIS ULCEROSA Ratgeber – Diagnostik, Therapie, ganzheitliche Ansätze, Rat und Hilfe” heißen wird.

Warum so sperrig? Das ganze Buch ist sperrig und wird nach gegenwärtigem Stand “deutlich über 300″ Seiten haben und vermutlich in Richtung 400 gehen (derzeit sind rund 260 Buchseiten geschrieben).

Die Kapitel:

  1. Der Verfasser stellt sich vor (mit meiner Krankengeschichte)
  2. Wissen kompakt: Crash-Kurs Darm und Verdauung
  3. Wissen kompakt: Crash-Kurs chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  4. Warum, wieso, weshalb: möglichen Ursachen auf den Zahn gefühlt
  5. Funktionale Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen
  6. Ursächliche Therapieansätze chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen
  7. Umweltmedizin
  8. Nährstoffe und Nahrungsergänzung
  9. Einige kleine Selbsthilfetricks für den Alltag

In Kapitel 2 geht es neben dem Verdauungsvorgang auch um Enzyme, Darmflora, Hormone und ein bisschen ums Darm-Immunsystem, und deren Rolle im Darm. Kapitel 3 ist recht umfangreich und vermittelt medizinisches Basiswissen für “Neulinge”: neben Grundlagenwissen über die Krankheiten selbst auch ein Streifzug durch die Medizin: Wann wird welches Medikament eingesetzt, wie wirkt es, wann wird operiert, was sagen verschiedene Blutwerte aus, wie nutzt man CDAI und CAI (Krankheits-Aktivitäts-Index), die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Medikamente und Verfahren aus Sicht eines Heilpraktikers (nicht erschrecken, ich bin um Neutralität bemüht!), und so weiter? Kapitel vier harrt noch einer Umbenennung, denn eigentlich wird der Löwenanteil durch ein systemtheoretisches Modell zur “Erklärung” der CED’s eingenommen und warum sie so schwer in den Griff zu bekommen sind. Kapitel 5 stellt überwiegend verschiedene Möglichkeiten und Ansätze der Naturheilkunde vor sowie die “Hierarchie-Ebenen”, auf denen Leitsymptome der CED’s behandelt werden können. In Kapitel 6 geht’s ans Eingemachte: ich stelle Beispiele aus meinem Wissen und Erfahrungsschatz vor, wie man die “UR-URSACHE” der Erkrankungen individuell “entlarven” und behandeln kann. Kapitel 7 knüpft an 4 und 6 an und vermittelt Kenntnisse darüber, warum die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zahlenmäßig zunehmen. Kapitel 8 handelt über Mikro- und Makronährstoffe sowie deren relativen und absoluten Bedarf, was wichtig wird, wenn man zum Beispiel wegen gestörter Verdauung eine Nahrungsergänzung haben muss. In Kapitel 9 schließlich werden ein paar Tricks zur Selbsthilfe für den Alltag vorgestellt, wie z.B. Akupressurpunkte zum Hinauszögern einer Stuhlentleerung und so weiter.

Es gibt zwei weitere Bücher, nicht ganz so umfangreich. Einen Roman über Morbus Crohn (wollte ich schon immer mal machen ;-) ): Gordon Stein, ein Student der Naturwissenschaften, von Hause aus nicht gerade ein Muskelprotz, erkrankt an Morbus Crohn und steht vor einem Scherbenhaufen: denn er leidet an einer besonders schweren Form. Das Leben, so wie er es geplant hat, kann nicht weiter gehen. Nach viel Schmerz, Schwäche und Ohnmacht und vielen eindrucksvoll fehlgeschlagenen Therapieversuchen beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen: doch das Schicksal will es anders: unfreiwillig liegengeblieben, gerät er in die Hände eines alten, erfahrenen, nicht mehr praktizierenden Arztes für Naturheilverfahren, der ihn gleichzeitig ausbilden und behandeln will. Gordon, der “nichts mehr zu verlieren hat” willigt ein und wird von dem alten Hasen durch die teilweise sehr harten Entgiftungs- und Aufbauprozesse durchgeführt. Er ist einige Male daran, aufzugeben, doch steht es irgendwie durch, und schafft es: der Morbus Crohn lässt ihn los. In seinem Willen, seine Schwäche zu kompensieren fängt Gordon mit hartem Training an und ist anderthalb Jahre später “so stark, dass er vor seinem eigenen Spiegelbild Angst bekommt”. “Iron Warrior” wird er von den Nachbarn genannt, der “Eiserne Krieger”. Doch Gordon muss – diesmal psychisch – schmerzhaft feststellen, dass die gefundene Kraft seine innersten Probleme nicht löst. Etwas fehlt in seinem Leben, und Gordon hat nur eine Chance, es sich zu holen, damit nicht nur der Körper, sondern auch der Geist gesund wird…

Der Roman heißt einfach “IRON WARRIOR – eine Geschichte über Morbus Crohn”.

Als drittes Buch gibt es noch ein Ernährungsbuch: hauptsächlich geht es um die verschiedenen Stufen des “Zumutbaren” in verschiedenen Krankheitsphasen, um das Wissen um die Nutzung des Stoffwechseltyps und verschiedene Konzepte, Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen aller Art zu umgehen – und das Ganze diesmal, auf vielfachen Wunsch hin, mit Rezepten ;-)

Wann wird das Ganze fertig? Schätzungsweise im November oder Dezember. Geplant ist, die Bücher als Ebooks über Amazon zu verkaufen.

Andreas Ulmicher